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Spannende Aufgaben und eine klare Perspektive: Wie eine Ausbildung bei der Condor Technik abläuft

Die Condorianer // Hinter den Kulissen // Condor Redaktion // 12. Januar 2026

Im Spätsommer 2025 überreichte die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) der Condor Technik eine Urkunde für die Ausbildung des landesbesten Prüfungsabsolventen 2025 im Ausbildungsberuf Fluggerätmechanik/Fluggerätmechanikerin mit der Fachrichtung Instandhaltungstechnik – eine für alle Seiten besonders wertschätzende und bedeutende Auszeichnung.  

Aber was genau macht die Ausbildung bei der Condor Technik (CTG) aus? Einen umfangreichen Einblick geben die ehemalige Auszubildende Elena und der Leiter der Ausbildungsabteilung Joachim im Interview: 

Lieber Joachim, liebe Elena, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, aus dem Arbeitsalltag zu berichten. Stellt euch zu Beginn gerne kurz vor. 

Joachim: Ich bin Joachim, 63 Jahre alt, seit 1982 in Technik-Bereich und seit 2010 bei Condor als Prüfer von Luftfahrgeräten auf allen von uns gewarteten Flugzeugtypen beschäftigt.  

Vor einigen Jahren durfte ich immer die neuen Auszubildenden an ihrem ersten Tag empfangen und die Einführungswochen mit ihnen verbracht. Vorletztes Jahr bin ich dann komplett in die Trainingsabteilung gewechselt und betreue die Azubis jetzt hauptberuflich. 

Elena: Ich bin Elena, 22 Jahre alt, war seit August 2022 in der Ausbildung und habe diese im Sommer abgeschlossen. Bereits vor meiner Ausbildung hatte ich mich aber lange mit der Luftfahrbranche beschäftigt. 

Zu Beginn meiner Zeit bei der CTG wurde ich natürlich auch direkt von Joachim empfangen. Aktuell bin ich Mechanikerin und plane, im Idealfall nächstes Jahr meine CAT A, also meine erste Lizenz, zu beantragen.  

Vielen Dank für eure Vorstellungen. Joachim, welche Ausbildungsberufe gibt es eigentlich bei der Condor Technik? 

Joachim: Wir bilden aus zum beziehungsweise zur Fluggerätmechaniker:in Instandhaltungstechnik oder Elektroniker:in. Die Ausbildung ist so aufgebaut, dass die Auszubildenden das erste halbe Jahr in die überbetriebliche Ausbildung gehen. Hier in Frankfurt besteht diesbezüglich eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa Technik (LHT), in Düsseldorf arbeiten wir mit dem Flugzeughersteller Cessna zusammen. Dort lernen die angehenden Technikerinnen und Techniker die Grundlagen der Materialverarbeitung/Metallverarbeitung, also beispielsweise bohren, sägen, nieten und fräsen, sowie die Grundlagen der Hydraulik/Elektrik. 

Anschließend kommen unsere Auszubildenden in die Schichten, werden dort fest integriert und haben Berufsschule im Blockunterricht; in Frankfurt beispielsweise alle vier bis sechs Wochen für jeweils zwei Wochen. In Düsseldorf ist das Modell etwas anders aufgebaut, dort geht der Berufsschulblock jeweils sechs Wochen.  

Die Ausbildung findet dann in der jeweiligen Schicht statt, Vorbereitungskurse für die Zwischen- und Abschlussprüfung werden wieder in den überbetrieblichen Ausbildungsstellen durchgeführt. 

Wie lange geht eine Ausbildung bei der CTG und wie viel Azubis betreust du, Joachim? 

Joachim: In der Regel geht die Ausbildung 3,5 Jahre. Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich, um ein halbes Jahr zu verkürzen, dies setzt allerdings einen Notendurchschnitt von 1,5 voraus. Wir haben damit etwas strengere Regeln als die IHK (Durchschnitt 2,49), sind damit aber bislang sehr gut gefahren. 

Aktuell betreue ich 20 Azubis; im kommenden Jahr kommen wieder etwa 10 dazu. Insgesamt sind es durchschnittlich etwa 25 bis 30. Da wir in Frankfurt und Düsseldorf ausbilden, bin ich an beiden Stationen betreuend präsent, halte den Kontakt zur IHK sowie den überbetrieblichen Ausbildungsstätten und fungiere auch als Schnittstelle.   

Danke dir für diese Einblicke, Joachim. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag als Auszubildende und jetzt danach aus, Elena? 

Elena: Ich würde sagen, dass sich ein normaler Tag in der Ausbildung und jetzt danach gar nicht so stark voneinander unterscheidet, wobei das aus meiner Sicht ein klares Zeichen dafür ist, dass die schnelle Integration der Azubis in das Schichtsystem gewinnbringend funktioniert. 

Ich bin jetzt nach wie vor in einer festen Schicht und habe darin „meinen Flieger“, an dem ich jeweils arbeite. Natürlich habe ich seit der Beendigung meiner Ausbildung mehr Verantwortung und bekomme auch schon mal eigene Flieger, um die ich mich kümmern darf. Das ist natürlich ein Unterschied zur Ausbildung, während der man noch viel lernt; beispielsweise was den Umgang mit dem Manual angeht, aber auch bezüglich der Arbeit am Flieger grundsätzlich. Es gibt aber auch Arbeiten, die recht schnell eigenständig durchgeführt werden können. Dazu gehört beispielsweise das Wechseln von Reifen und das Auffüllen von Engine Oil. 

Zu Beginn einer Schicht erhalten wir einen Einteilungszettel mit einer Teamzuteilung, meistens bestehend aus zwei bis vier Personen. Entweder wir sind dann draußen in der Abfertigung unterwegs oder in der Halle, wo wir am Flieger arbeiten.  

Manchmal gibt es auch größere Pakete, an denen zwei bis drei Tage gearbeitet wird, aber das ist eher die Ausnahme, da im Regelfall alle Schichten an einem Flieger arbeiten und somit die Arbeit entsprechend zügig (aber dennoch natürlich gewissenhaft) erledigt werden kann.  

Vielen Dank für diesen detaillierten Einblick, Elena. Noch einmal zurück zu dir, Joachim. Welche Aufgaben übernimmt ein Ausbildungsleiter genau und wie kann ich mir die Zusammenarbeit zwischen dir und den Azubis vorstellen? 

Joachim: Ich bin von der Sichtung der Bewerbungsunterlagen über den Einstellungstest beziehungsweise das Einstellungsgespräch bis zur Begleitung während der Ausbildung in den Prozess involviert. Ich begleite die Azubis während der Ausbildung bei allen inhaltlichen Fragen (beispielsweise zur Führung des Dienstplans, Krankmeldung oder Urlaubsplanung) und übernehme auch administrative Aufgaben, wie beispielsweise die Anmeldung zur Zwischen- und Abschlussprüfung. Natürlich kümmere ich mich auch um jegliche Herausforderungen, die im Alltag auftauchen können.  

Was die Zusammenarbeit angeht, bin ich fortlaufend für die Azubis über verschiedene Wege erreichbar, im Fall der Fälle praktisch rund um die Uhr. Meine Büro-Arbeitszeiten plane ich so, dass ich mit allen Schichten zeitliche Überschneidungen habe. Das funktioniert aus meiner Sicht hervorragend; man kann schnell ein gutes Verhältnis aufbauen, sodass die Azubis sich vertrauensvoll an mich wenden können, ich mich aber auch vertrauensvoll an die Azubis wenden kann. Außerdem steht meine Tür im Büro immer offen, sodass ich für Fragen in den Bürozeiten auch persönlich direkt ansprechbar bin. 

Das klingt nach einer wirklich guten Zusammenarbeit aller Beteiligter! Elena, warum sollten sich angehende Azubis für die Condor Technik entscheiden? 

Elena: Bei der CTG hat man aus meiner Sicht ein wesentlich familiäreres Verhältnis als bei größeren Unternehmen. Man kennt die Leute relativ schnell, findet Anschluss und fühlt sich wohl. Positiv hervorzuheben ist auch, dass Azubis direkt eingebunden werden und praktisch mit dabei sind. Das unterscheidet die CTG vermutlich ebenfalls von größeren Firmen, bei denen viele Arbeiten erst einmal isoliert und abseits vom Flieger durchgeführt werden. Wie bereits erwähnt wurde, kommen die CTG-Azubis schnell in ihre Schicht und dürfen dort, im Rahmen der Möglichkeiten, auch schon viel selbst machen. Das macht nicht nur Spaß, sondern diese Praxis merkt man dann auch in der Berufsschule, in Bezug auf das Wissen rund ums Flugzeug.   

Vielen Dank für diese gute Aufstellung, Elena. Hast du noch etwas zu ergänzen, Joachim? 

Joachim: Ich würde sagen, dass wir relativ flache Hierarchien haben, wodurch die Firma familiär wirkt und man sich schnell wohl und geborgen fühlt. Außerdem bieten wir viele Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung, wie beispielsweise einen Prüfer-Lehrgang. Wir bilden für uns aus und nicht für den Markt – und das sehr erfolgreich.  

Du hast das Thema Perspektive eben angesprochen, Joachim. Welche Perspektiven bietet die CTG denn Azubis nach der Ausbildung? 

Joachim: Etwa 200 Tage nach der abgeschlossenen Ausbildung besteht die Möglichkeit, die CAT 1 Lizenz bei der IHK abzulegen und anschließend die interne CAT1 Lizenz mit Flugzeugmuster bei uns. Nach etwa drei bis fünf Jahren Berufserfahrung ist es dann möglich, auf die B1-Schulung zu gehen, um also Prüfer von Luftfahrtgeräten zu werden; anschließend folgt ein großer Typenlehrgang, der sechs Wochen dauert. Anschließend hat man drei Jahre Zeit, einen Check-out zu machen, der vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) kontrolliert wird. Anschließend ist es möglich, im Auftrag des LBA zu prüfen. Außerdem stehen dann verschiedene Möglichkeiten in Richtung Engineering zur Verfügung. 

Danke für diesen Ausblick, Joachim. Zum Abschluss noch eine wichtige Frage: Wer sollte sich aus eurer Sicht bei der CTG bewerben? 

Joachim: Wer eine Leidenschaft für Flugzeugtechnik und die Luftfahrt allgemein mitbringt und lernwillig ist, der sollte sich auf jeden Fall bewerben. Man kann viel erreichen, wenn man sich bei uns ins Zeug legt. 

Elena:  Bewerberinnen und Bewerber sollten auf jeden Fall Teamfähigkeit mitbringen und sich bewusst sein, wie hoch die Verantwortung ist, die sie perspektivisch übernehmen. Joachim hat uns während der Ausbildung immer gesagt: „Mit einem Auto kann man rechts ranfahren, beim Flieger nicht“. Das muss einem bewusst sein.  Wenn man aber Lust auf die Branche hat, dann macht es unglaublich viel Spaß, selbst wenn die Umstände nicht immer ideal sind (beispielsweise Regen und Unwetter). Mitgebracht werden sollten außerdem fundierte Englisch-Kenntnisse und die Bereitschaft, sich auch im Bereich des „technischen Englisch“ weiterzubilden.   

Liebe Elena, lieber Joachim, vielen Dank für die interessanten Einblicke in euren Arbeitsalltag! 

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