Die aktuellen Temperaturen sind eindeutig zum Wegfliegen! Damit unsere Flugzeuge bei diesen Witterungsverhältnissen aber sicher starten können, müssen sie im Zuge einer Flugzeugenteisung vor Abflug von Eis und Schnee befreit werden. Vielleicht habt ihr das auch schon mal erlebt, wenn vor dem Abflug das Flugzeug mit einer Flüssigkeit besprüht wurde. Was das genau ist und wie das „De-icing“ funktioniert, erklären wir euch in diesem Beitrag.
Flugzeugenteisung: Sicher fliegen bei Schnee und Eis
Die „Enteisungssaison“ dauert, je nach Flughafen, vom 1. Oktober bis zum 30. April und wird bei Temperaturen ab drei Grad durchgeführt, bei kaltem Sprit bereits bei sieben Grad.
Die Kolleginnen und Kollegen von der Ground Operations müssen dafür einiges erledigen. Sie müssen nicht nur die Flugzeuge enteisen, sondern auch die Start- und Landebahnen, das Vorfeld sowie die Parkpositionen der Flugzeuge von Schnee befreien.

Warum ist eine Flugzeugenteisung wichtig?
Bei tonnenschweren Flugzeugen ist das Gewicht entscheidend, denn es beeinflusst unweigerlich die Aerodynamik. Eine Schnee- und Eisschicht erhöht unnötig das Gesamtgewicht und deshalb muss diese vor dem Abflug entfernt werden.
Wie werden Flugzeuge enteist?
Die Kolleginnen und Kollegen besprühen das Flugzeug zunächst mit einer Enteisungsflüssigkeit, um das Flugzeug von Schnee und Eis zu befreien. Anschließend wird für das „Anti-Icing“ eine Schutzschicht aufgetragen, um eine erneute Eisbildung zu verhindern. Für eine Boeing 767 benötigt man ca. 5.000 Liter an Enteisungsflüssigkeit und ca. 1.000 Liter von dem Anti-Icing Mittel. Der Vorgang selbst dauert dann 12 Minuten, kommt Schneebefall hinzu bis zu 20 Minuten. Etwas schneller geht es bei Airbus, die Enteisung dauert bis zu acht Minuten und bei Schneebefall bis zu 15 Minuten.
Ein wichtiger Faktor bei der Flugzeugenteisung ist die sogenannte Hold Over Time (HOT). Damit ist der Zeitraum gemeint, in dem das Flugzeug spätestens in der Luft sein muss, um die Dauer der Schutzwirkung nicht zu überschreiten. Dieser Zeitraum ist vordefiniert und abhängig von den Wetterbedingungen und verwendeten Enteisungsmitteln. Je signifikanter das Wetter ist, je kälter oder je heftiger der Niederschlag, desto kürzer ist die Hold Over Time. Eine anspruchsvolle Aufgabe! Gut, dass hier echte Experten am Werk sind!
FAQ – Wichtige Fragen rund ums Enteisen
Die Enteisung befreit ein Flugzeug vor dem Start gezielt von Schnee, Eis oder Frost, weil bereits kleinste Eisreste die Aerodynamik stark beeinflussen können und den sicheren Start gefährden würden. Auch das zusätzliche Gewicht der Eisschicht wird so reduziert, was für Startleistung und Treibstoffplanung wichtig ist. Durch den Einsatz spezieller Enteisungs- und Anti-Icing-Flüssigkeiten wird die Oberfläche nicht nur gereinigt, sondern gleichzeitig vor erneuter Vereisung geschützt. Ohne diesen Schritt wären sichere Starts bei winterlichen Bedingungen kaum möglich.
Zunächst kontrollieren Bodencrews das Flugzeug auf Eis oder Schnee. Anschließend wird es mit einer heißen Enteisungsflüssigkeit besprüht, die Schnee und Eis löst. Danach folgt das „Anti-Icing“, also das Aufbringen einer dickeren Schutzschicht, die weitere Eisbildung bis zum Start verhindern soll. Dieser zweite Schritt ist besonders bei Schneefall oder Niederschlag wichtig, da sonst in kurzer Zeit wieder Eis entstehen kann.
Meist bestehen Enteisungs- und Anti-Icing-Flüssigkeiten aus einer Mischung von Glykol (meist Propylenglykol) und Wasser, oft mit Zusätzen, die die Wirkung verbessern. Diese Gemische haben einen deutlich niedrigeren Gefrierpunkt als Wasser und verhindern so, dass Schnee oder Eis an der Oberfläche haften bleiben. Unterschiedliche Fluidtypen werden je nach Wetterlage und gewünschter Schutzdauer eingesetzt.
Die Dauer variiert je nach Flugzeugtyp und Wetter: Bei großen Verkehrsjets wie einer Boeing kann der Vorgang inklusive Anti-Icing etwa zehn bis 20 Minuten dauern. Kleinere Maschinen oder mildere Bedingungen verkürzen diese Zeit oft. Bei starkem Schneefall verlängert sich der Prozess, weil mehr Flüssigkeit und Sorgfalt nötig sind, um alle Oberflächen eisfrei zu halten.
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