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Neue Aufgaben für die Condor Technik

Condor Redaktion / Hinter den Kulissen / 4. September 2020

Schlafende Flugzeuge in Zeiten von Corona

Derzeit sind deutlich weniger Flugzeuge weltweit unterwegs, als normalerweise. Das heißt für uns: einige Flugzeuge müssen weiterhin geparkt bleiben und für die Condor Technik Kolleginnen und Kollegen ergeben sich neue Aufgaben.

Condor Flugzeug vor Condor Technik Halle

Die Kolleginnen und Kollegen der Condor Technik kümmern sich um Wartungen, Checks, Reparaturen und technische Instandhaltung der Flugzeuge. Das ist gerade aktuell, wo viele Flugzeuge am Boden stehen, besonders wichtig. Doch was genau passiert eigentlich in der Zwischenzeit mit den Flugzeugen, die nicht aktiv im Einsatz sind? 

Condor Flugzeuge: Parken statt fliegen

Flugzeuge einer Fluggesellschaft sind eigentlich ständig auf so genannten Umläufen unterwegs. Nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise für Wartungen oder größere Checks, stehen sie länger am Boden. Das Coronavirus hat dieses System kräftig durcheinander gewirbelt. Plötzlich werden ganz viele Parkplätze für Flugzeuge benötigt, die es eigentlich gar nicht gibt. Dies stellt Fluggesellschaften weltweit vor noch nie da gewesene Herausforderungen.

Die Condor Langstreckenflotte im Standby-Modus

Auch ein Großteil der Langstreckenflotte von Condor ist derzeit geparkt – zwölf von insgesamt 16 Boeing 767. Die meisten stehen auf Stellflächen am Flughafen Frankfurt-Hahn, vier auf dem Gelände des Düsseldorf Airport und ein Flugzeug am Flughafen Erfurt-Weimar. Vier B767 sind jederzeit für Passagierflüge einsatzbereit, werden derzeit aber lediglich als Reserveflugzeuge eingesetzt. Neben der A320/A321 Flotte ist auch die B757 Flotte weiterhin unterwegs und kann bei Bedarf auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt werden.

Condor Flugzeug in Condor Technik Halle

Parken von Flugzeugen – Abstellen und fertig?

„Ein Flugzeug zu parken bedeutet wesentlich mehr als es nur abzustellen. Je nach Dauer, wird zwischen unterschiedlichen Varianten des Parkings unterschieden,“ erklärt Ralf Herbig, Head of Technical Services bei der Condor Technik. „So gibt es zum einen eine Active Storage bei bis zu 180 Tagen, dafür muss man regelmäßig die Triebwerke laufen lassen. Zum anderen gibt es das Prolonged Parking bei über 180 Tagen. Der Aufwand beim Einparken selbst ist größer als während des Aufenthalts am Boden. Flugzeuge sind nicht darauf ausgelegt so lange am Boden zu bleiben, sondern müssen in solchen Ausnahmefällen sorgfältig vorbereitet und regelmäßig überprüft werden.“

Active Storage versus Prolonged Parking bei der Condor Technik

Beim Active Storage gehören viele kleinere Checks mit unterschiedlichen Intervallen dazu. Diese werden mit der Dauer des Parkings immer umfangreicher. Das erste Intervall beginnt nach drei Tagen, wo der äußere Zustand des Flugzeugs geprüft wird. Ein gründliches Überprüfen von Triebwerk, Rumpf und Rädern wird nach sieben Tagen fällig, nach 14 Tagen auch ein Engine Run. Neben der äußeren Begutachtung steht auch die Überprüfung der technischen Funktionen, Sensoren und Anzeigen am Flugzeug an. Hierfür wird die Maschine unter Strom gesetzt und die Klimaanlage laufen gelassen, um im Cockpit und in der Kabine die Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Unter Umständen angezeigte Meldungen werden erfasst und behoben.

Condor B767 wird in Condor Technik Halle gewartet

„Wenn ein Flieger länger als 180 Tage am Boden stehen bleiben soll, setzt man die Maschine in das sogenannte Prolonged Parking, wo man die Passagiersitze ausbaut, einen chemischen Zusatz in die Tanks einbringt, um Mikroben Befall zu verhindern und alle Kabinen- und Cockpitfenster abklebt.“, so Herbig.

Condor Technik: Vorbereitung auf den Standby-Modus

Vor dem Abstellen wird das Flugzeug ausführlich auf die Ruhezeit vorbereitet. Hierbei werden sämtliche Öffnungen am Flieger abgeklebt, damit empfindliche Stellen nicht verunreinigt werden oder Vögel darin nisten können. Neben Triebwerken und sonstigen Öffnungen werden auch die Räder speziell eingepackt, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen. Für die Vorbereitung und das Parken eines Flugzeugs bis 180 Tage, rechnet man mit insgesamt 1.000 Personenstunden. Ähnlich ist es beim Parken über 180 Tage, dabei werden 1.000 bis 1.200 Personenstunden für das korrekte Parking benötigt.

Zurück in den Flugeinsatz

Das Flugzeug aus dem Parking zu holen und einsatzbereit zu machen kann zwischen vier Tagen und bis zu zwei Wochen dauern. Um das Flugzeug unter realen Bedingungen flugtauglich erklären zu können, stehen neben technischer und optischer Überprüfung durch die Condor Technik auch Testflüge auf dem Plan. Das Triebwerk wird gewaschen, um durch die Entfernung möglicher Verschmutzungen die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und damit den Lebenszyklus der Triebwerke zu verlängern. Darüber hinaus benötigen regelmäßig gereinigte Triebwerke weniger Kerosin.  

Condor Techniker wartet Condor Flugzeug

Vorbereitung auf den Flugbetrieb

„Bevor ein Flugzeug nach dem Parking wieder in den regulären Betrieb kommt, führen wir eine ganze Reihe von Checks und Tests durch“, berichtet Herbig. „Flugzeuge sind empfindlich, reagieren unterschiedlich auf das lange Stehen und brauchen je nach Typ spezielle Bedingungen bei der Vorbereitung. Wir überprüfen alle Funktionen genau, um sicherzustellen, dass beim nächsten Flug alles reibungslos und sicher abläuft. Wir halten uns hierbei an die Vorgaben der Behörden, der Flugzeughersteller und unsere internen Qualitäts- und Sicherheitsstandards.“

Für die notwendigen Checks wird der jeweilige Flieger in einen Hangar geschleppt, um von dort aus für den nächsten Einsatz zur Verfügung gestellt zu werden.




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