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Condor Flugbegleiterin und Triathletin Svenja Thoes: Ein Leben für den Wettkampf

Hinter den Kulissen // Condor Redaktion // 11. August 2022

„Wer auch immer zuerst ins Ziel kommt, wir werden ihn Ironman nennen.“ – mit diesen Worten wurde 1978 auf Hawaii die Zusammenlegung der drei herausforderndsten Ausdauersportevents der Insel in einem Rennen beschlossen und der erste Wettbewerb über die Langdistanz im Triathlon ausgeführt. Bis heute gilt der Ironman als einer der weltweit anspruchsvollsten Ausdauerwettkämpfe. Die Disziplinen sind 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,24 Kilometer Radfahren und 42,19 Kilometer Laufen. Bei diesem geschichtsträchtigen Wettkampf auf Hawaii das Podium zu erklimmen ist der Traum vieler Triathleten – so auch der von Condor Flugbegleiterin und Profisportlerin Svenja Thoes.

„2012 gab es von Thomas Cook eine Mitarbeiterausschreibung für einen Startplatz beim Ironman Mallorca. Ich nahm teil und konnte mich für den Ironman Las Vegas qualifizieren. Seitdem habe ich an 25 Rennen teilgenommen und bin noch lange nicht am Ziel“, erklärt die 30-jährige.

Inzwischen gibt es weltweit Wettkämpfe, bei denen Sportler sich für den Ironman Hawaii qualifizieren können. Dabei wird zwischen Ironman und Ironman 70.3. unterschieden. Die 70.3.-Version umfasst in den Einzeldistanzen die Hälfte des Ironman Hawaii – 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen. Bei beiden wird zwischen Amateuren und Profis unterschieden. Je nach Status, müssen mehrere Ironman-Rennen absolviert und damit die Qualifikation gelöst werden, um dann am großen Rennen in Hawaii teilnehmen zu können.

Für Svenja war es 2016 das erste Mal – sie nimmt als Amateurin am Ironman Kona teil und belegt den 1. Platz unter allen teilnehmenden Amateur-Frauen, inklusive der Profis sogar den 15. Platz. Svenja erzählt: „Das war auf jeden Fall ein Highlight. Einige Zeit danach habe ich mich entschieden in die Profi-Liga zu wechseln. Meine Tätigkeit bei Condor und die Liebe zum Unternehmen wollte ich keinesfalls aufgeben, sodass ich zu einem Teilzeitmodell wechselte, das es mir erlaubt zu fliegen und Sport zu treiben.“  

Seitdem sind Svenjas Tage von Trainingsplänen bestimmt, erzählt sie: „Nach dem Frühstück beginne ich mit der ersten Einheit im Wasser. Nach zwei-drei Stunden Pause, geht es weiter mit zum Beispiel drei Stunden Radfahren. Ich ernähre mich gesund, schlafe viel. Also ja, mein ganzes Leben wird vom Sport bestimmt, das ist ein 24-Stunden Job.“

Das harte Training zahlt sich aus: 2018 gewinnt sie als Profi den Ironman im mexikanischen Cozumel. „Das war ein unglaubliches Gefühl. Ich war so stolz auf mein Team und mich und so unendlich dankbar, dass an diesem Tag alles gepasst hat“, erinnert sich Svenja. Einen Ironman auf Profi-Ebene zu gewinnen ist Teamarbeit und allein nicht zu schaffen. Svenja ist sich sicher, teilnehmen kann jeder, aber gewinnen, funktioniert nur im Team. Sie arbeitet mit einem Trainer, einem Mechaniker und einem Masseur zusammen, ein weiteres Teammitglied kümmert sich um die Sponsoren und hin und wieder um die Social Media-Auftritte.

Doch es gab längst nicht nur Erfolgserlebnisse für Svenja. Bei der Ironman-EM dieses Jahr in Finnland hat sie einen platten Reifen und sie bleibt bei der Platzierung mit einem 6. Platz weit hinter ihren Erwartungen zurück. Kürzlich in Hamburg zwingt die Kälte sie zum Aufgeben. „Nach den 3,8 Kilometern im Wasser bei 17*C und den darauffolgenden 180 Kilometern auf dem Rad bei Regen und 14*C, hat mein Körper gestreikt. Es war einfach zu kalt und ich hatte Krämpfe in den Beinen. Es ging gar nichts mehr. Das war eine herbe Enttäuschung für mich“, so Svenja.

Ans Aufhören denkt sie deshalb noch lange nicht. Was sie antreibt? „Ich möchte wissen, wozu mein Körper noch fähig ist. Ich bin so weit gekommen und wenn ich jetzt aufhöre, dann würde ich mich immer fragen, was ich noch hätte erreichen und schaffen können“, antwortet Svenja. Für sie, sind Wettkämpfe ein Sinnbild für das Leben: „Ich bereite mich vor und trainiere so gut ich kann und trotzdem sind die Rennen nur bis zu einem gewissen Grad planbar. Ein platter Reifen, das kann immer passieren. Man lernt mit bitteren Niederlagen umzugehen und trotzdem dranzubleiben. Deshalb werde ich auch weiterhin für meinen Traum trainieren, beim Ironman Hawaii ganz weit vorne dabei zu sein.“ Dafür drücken wir Svenja die Daumen. Wer ihre Geschichte weiter mitverfolgen möchte, kann dies unter https://svenja-thoes.com/#about-me oder auf Instagram tun.  

Bilder: ©activimages




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