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Vorurteile und Klischees über Flugbegleiter/innen

Ausbildung // Condor-Mitarbeiter // Crew

Condor Redaktion / Hinter den Kulissen / 20. Dezember 2017

Für viele ist Fliegen immer noch etwas Besonderes. Lange spart man auf den großen Urlaub, zählt die Tage und freut sich dann riesig, wenn man das Flugzeug in Richtung Auszeit endlich boarden kann. An Bord werdet ihr dann von freundlichen Flugbegleitern begrüßt und während des Fluges fragt ihr euch vielleicht, wie ist das Leben eines Flugbegleters eigentlich? In diesem Beitrag wollen wir euch ein paar Infos dazu geben und mit ein paar Klischees aufräumen.

Die gängigsten Klischees über Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen

Wenn ich neue Leute treffe, kommt früher oder später natürlich auch die Frage nach dem Beruf auf. Ich halte mich meistens zurück, doch sobald es ausgesprochen ist, gibt es kein Zurück mehr. Für mich ist mein Job mittlerweile Alltag und völlig normal – für andere oft nicht. Um den Job der Flugbegleiterin ranken sich immer noch hartnäckige Gerüchte und klischeehafte Vorurteile. Deshalb erntet man auf die Aussage: „Ich arbeite als Flugbegleiterin!“ verschiedenste Reaktionen. Viele sind begeistert, wollten den Job selbst schon irgendwann einmal machen, andere können sich absolut nichts darunter vorstellen und einige wenige hätten einfach viel zu große Flugangst für einen Job über den Wolken.

Es ist Zeit ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und die gängigsten Fragen und Vorurteile einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Müssen Flugbegleiter/innen mehrere Sprachen fließend sprechen?

Bei fast allen deutschen Fluggesellschaften, inklusive bei Condor, wird bei Flugbegleitern neben Deutsch lediglich Englisch als Sprache vorausgesetzt. Englisch ist die wichtigste Sprache in der internationalen Luftfahrt und deshalb werden im Auswahlverfahren deine Englischkenntnisse anhand von verschiedenen Tests und Interviews getestet. Auch wenn es für den Job offiziell nicht notwendig ist, weitere Sprachen zu sprechen, werden dir vor allem Sprachen wie Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Französisch an Bord extrem weiterhelfen. Wer viele Sprachen spricht, hat im Vorstellungsgespräch sicher einen kleinen Vorteil, das sichert dir aber noch lange nicht den Job.

Muss man als FlugbegleiterIn Modelmaße haben?

Das Gerücht, das FlugbegleiterInnen Modelmaße habem müssen,  kommt tatsächlich nicht von ungefähr. Viele ältere Kollegen berichten mir immer wieder, dass sie früher bei ihrem Vorstellungsgespräch gewogen wurden. Meiner Meinung nach, ist das Gewicht sowieso kein valider Parameter, wenn es um das Aussehen geht und deshalb bin ich froh, dass es diese Regel nicht mehr gibt. Solange man nicht stark übergewichtig ist, spielt das Gewicht heute keine Rolle mehr. Viel wichtiger ist es, dass man fit und gesund genug ist, um dem anstrengenden Alltag einer Flugbegleiterin zu meistern. Allerdings gibt es bei sehr vielen Fluggesellschaften Vorgaben bezüglich der Körpergröße – das hat allerdings sicherheitsrelevante und praktische Gründe.

Saftschubse – sind Flugbegleiter wirklich nur Kellner in der Luft?

Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen sind offensichtlich Servicepersonal. Das lässt oft die Vermutung entstehen, dass das Bordpersonal keine weiteren Aufgaben hat und die sicherheitsrelevanten Dinge nur vom Cockpitpersonal übernommen werden.

Condor Business, Business Class

Das stimmt so nicht, denn genau wie die Piloten, ist auch die Kabinenbesatzung in erster Linie für die Sicherheit an Bord zuständig. Erst danach wird sich um den Service gekümmert. Das Sichern der Kabine bei Turbulenzen, regelmäßige Überprüfung der Toiletten, Kontrolle der Türen und die Checks vor dem Start sind dabei nur einige Beispiele für sicherheitsrelevante Aufgaben der Flugbegleiter.

Sehen FlugbegleiterInnen überhaupt etwas von den Zielen oder maximal das Innere des Flughafens?

Flugbegleiter sehen viele Flughäfen von innen – aber auch von außen. Die Zeiten, wo Crews wochenlangen Aufenthalt an den schönsten Zielen dieser Erde hatten, sind vorbei. Nach wie vor gibt es aber gesetzliche Vorschriften, die ab einer gewissen Fluglänge einen direkten Rückflug gar nicht erlauben würden. Als Flugbegleiterin bei Condor kommen Wochenstopps sogar tatsächlich immer mal wieder vor. Nach einem Langstreckenflug haben wir zwischen dem Hin- und Rückflug 24 Stunden bis sieben Tage frei. Die Aufenthaltsdauer ist abhängig von der Anzahl der Flüge pro Woche, die für das jeweilige Ziel stattfinden. Manchmal verbringen wir diese freie Zeit dann sogar in einem All-inclusive Resort und müssen uns nicht einmal um die Verpflegung kümmern.

Ist es als Flugbegleiterin aufgrund der Arbeitszeiten schwer eine Familie zu gründen?

Viele Fluggesellschaften bieten ihren Mitarbeitern verschiedene Teilzeitmodelle an und unterstützen damit die Familienplanung. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sofort vom Dienst freigestellt werden muss, sobald man weiß, dass man schwanger ist. Die einzige Herausforderung, die ich sehe, ist ein außerplanmäßiges Ereignis. Wenn ein Flugzeug zum Beispiel aufgrund einer Verspätung später oder erst am nächsten Tag landet, muss oft sehr kurzfristig eine Kinderbetreuung organisiert werden.

Muss man als Flugbegleiterin eine mehrjährige Ausbildung absolvieren?

Wer als Flugbegleiter oder Flugbegleiterin arbeiten möchte, macht eine firmeninterne Schulung über mehrere Wochen. Das hat Vor – und Nachteile. Auf der einen Seite kann man super schnell mit dem eigentlichen Job starten und verdient schnell sein erstes Gehalt. Auf der anderen Seite ist so eine Schulung keine offiziell anerkannte Ausbildung. Solltest du also direkt nach dem Abi anfangen als FlugbegleiterIn zu arbeiten und den Job auf irgendwelchen Gründen nach einigen Jahren nicht mehr machen können oder wollen, stehst du rein theoretisch ohne Berufsabschluss da.

Ist man irgendwann zu alt für den Job?

FlugbegleiterInnen sind doch immer blutjung oder? Noch so ein Gerücht, dass ich, zumindest in Deutschland nicht unterschreiben kann. Der Job kann sehr anstrengend werden, lange Schichten, Zeitverschiebung und die Arbeit auf engstem Raum können schnell zur persönlichen Herausforderung werden. Doch wen das nicht stört und wer auf seine Gesundheit achtet, der darf und kann bis zur Rente als Flugbegleiterin arbeiten. Und selbst bei der Bewerbung gibt es keine Altersgrenze, eine Kollegin in meinem Kurs war über 40 und hatte vorher noch nie als Flugbegleiterin gearbeitet. Und sie ist kein Einzelfall.

Wie man in meinem Beitrag merkt, ist es schwer die Aussagen zu pauschalisieren. Ich denke jeder Job hat so seine ganz eigenen Klischees und jeder muss immer für sich selbst entscheiden wie viel er davon glaubt. Am Ende sollte man sich stets ein eigenes Bild machen. Auch wenn ich viele Fragen immer und immer wieder beantworte, freue ich mich trotzdem stets über das große Interesse an meinem Job. Viele weitere Informationen und Antworten findest du auf dem Condor Blog hier und hier.


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