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Upcycling in der Luftfahrt

Geheimtipp // Nachhaltigkeit

Claire Krüger / Hinter den Kulissen / 12. Mai 2016

Von der Schwimmweste zum Shopper

Ein Sofa aus Europaletten, ein Bücherregal, das sich bei näherem Hinsehen als Skateboard entpuppt, oder eine Lampe aus Weinflaschen. Aus alten Gegenständen etwas Neues schaffen und diese damit aufwerten: Das ist Upcycling und diese kreative Verarbeitung liegt voll im Trend. Dabei sehen die „neuen Alten“ oft nicht nur richtig cool aus – auch die Umwelt wird geschont, da scheinbar nutzlose oder kaputte Produkte und sogar Müll sinnvoll wiederverwendet werden. Man kennt Upcycling hierzulande vor allem aus dem Heimwerker- oder Do-it-yourself-Segment, aber die Möglichkeiten gehen tatsächlich weit darüber hinaus. Was passiert zum Beispiel mit ausgedienten Rettungswesten aus einem Condor Flieger?

Nachhaltig und Nice

Die Antwort auf diese Frage kennt Kerstin Rank, denn sie hat sich tatsächlich auf die Widerverwendung von entsorgten Rettungswesten aus Flugzeugen spezialisiert und ist auf diesem Gebiet Pionierin. Allein der Slogan ihrer Marke BAG TO LIFE  sagt alles über ihre Geschäftsidee. Rank macht sich die hohe Qualität der Materialien aus der Luftfahrt zunutze und verarbeitet Rettungswesten weiter – zum Beispiel die von Condor. Daraus entstehen dann Taschen, Hüllen und Schlüsselanhänger. Und damit leistet sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, sondern erfreut auch alle Kunden, die individuelle, modische Stücke lieben. Ihre Kreationen sind nämlich beides: nachhaltig produziert und so richtig stylish!

Schwimmweste im Original

Schwimmweste


Condor Edition

Hier werden die Taschen hergestellt

Produktionsstätte

Das Konzept hat uns absolut überzeugt. Daher stellt Condor Schwimmwesten zur Verfügung, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr für den Einsatz am Menschen zugelassen sind. Warum sollte man diese auch wegschmeißen, wenn es eine viel bessere Idee gibt? Die Westen werden eingeschweißt an BAG TO LIFE übergeben, wo man sich dann um die Produktion und den Vertrieb  kümmert. Der Vorteil liegt auf der Hand: Für Flugzeugrettungswesten werden nur hochwertige, extrem leichte Materialien verwendet – eine hervorragende Basis für die spätere Weiterverarbeitung zu den Qualitäts-Accessoires. Alle BAG TO LIFE Produkte besitzen originalgetreue Elemente von mittlerweile rund 3000 ausgemusterten Condor Schwimmwesten.


Originalgetreue Details

Das Design

Der Condor Shopper

Für den besonderen Charme sorgen dabei die kleinen originalgetreuen Details wie Lampen oder Mundstücke der Westen, die clever als Füße oder besondere Hingucker verarbeitet wurden. Ob Shopper, Kosmetiktasche oder Schlüsselanhänger – schon bei der Auswahl der Modelle haben Condor und BAG TO LIFE eng zusammengearbeitet. Wie viele Fächer braucht so ein Shoppingbeutel, welche Farben kommen wo zum Einsatz, welches Produkt soll als Highlight besonders herausstechen? Es ging um jedes Detail, um ein perfektes Ergebnis zu erreichen. Und auch die Herausforderungen bei der Verarbeitung konnten gemeistert werden: Vor allem die Maße der Westen sind nicht ganz einfach, außerdem müssen z. B. CO2 Patronen entfernt werden. Löcher, die dabei entstehen, werden sorgfältig wieder geflickt. Und wer jetzt denkt, die handgefertigten Einzelstücke sind relativ hochpreisig, der irrt sich. Ab 10,00 € geht’s schon los mit einem einzigartigen Schlüsselanhänger, die praktische Kosmetiktasche kostet 27,99 €, der Shopper liegt bei 89,99 € und eine große Wickeltasche bei 139,99 €. Kann man sich mal gönnen, sagen wir!

Auf Erfolgskurs

Condor Kosmetiktasche

Exklusive Condor Edition

So viel Kreativität kommt an: 2010 gründete Rank BAG TO LIFE, die Upcycling-Marke der Firma ehrensache. Bisher hat sie aus 75.000 Westen sieben unterschiedliche Produkte entwickelt. Shopper, kleine Umhängetaschen, Laptop- und Tablet-Taschen sowie Kosmetik- und Wickeltaschen und Schlüsselanhänger kann man bei ihr bekommen. Durch das nachhaltige Konzept hat sie es geschafft, stolze 119 Tonnen Rettungswesten „upzucyclen“. Produziert werden BAG TO LIFE Produkte übrigens in Handarbeit in einer familiengeführten Näherei in Zentralbosnien. Nachhaltig und fair.


Preisverdächtiges Produkt

Das Engagement zahlt sich aus. Im letzten Jahr wurde Kerstin Rank für einen German Design Award nominiert und von der Bundesregierung für ihre innovative Geschäftsidee prämiert. Sie zählt zusammen mit ihrem Kollegen Thomas Gardeia zu den Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands.

Auch wenn immer wieder gesagt wird, dass wir in einer „Wegwerfgesellschaft“ leben, so gibt es mittlerweile sehr viele Befürworter von Upcycling. Ein positiver Trend, der sich vor allem deswegen hält, weil sich viele etwas ganz individuelles wünschen. Schluss mit Einheitsbrei von großen Möbeldiscountern und vorbei mit Klamotten, die jeder zweite trägt. Lieber etwas selbst gestalten und stolz darauf sein.
Unsere Daumen gehen hoch für ehrensache!

Zur gesamten Condor Edition

 


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