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Service auf sieben Zentimetern

Condor-Mitarbeiter // Crew

Claire Krüger / Hinter den Kulissen / 19. Mai 2016

Der Berufsalltag einer Purserette

Cornelia Sturm ist Purserette bei Condor. Im Interview verrät sie uns welche Aufgaben und Herausforderungen täglich auf sie warten und warum sie immer eine Ente mit dabei hat.

 

Gruppenbild mit Purser

Condor Crew

Der Begriff „Purserette“ war mir völlig neu. Warum sagt man nicht mehr „Stewardess“ und was machen Purser und Purseretten?

Eine Purserette ist eine „Chef-Stewardess“, also die Person, die die gesamte Kabinencrew anleitet. Den Begriff „Stewardess“ gibt es auch noch und er wird für Flugbegleiterinnen verwendet. Zu den Aufgaben von Pursern und Purseretten gehören die Überprüfung der Beladung aller Küchen, die Kontrolle der Sauberkeit und aller Sicherheitseinrichtungen in der Kabine, sowie die Einweisung neuer Flugbegleiter und die Kommunikation mit dem Cockpit.
Vor jedem Flug führen wir eine Einsatzbesprechung mit den Flugbegleite/rinnen durch und informieren alle über den Serviceablauf an Bord, über Buchungszahlen und besondere Bedürfnisse der Gäste.

 

 

 

Welche Berufsbekleidung tragen Sie und wie häufig muss sie unterwegs gewechselt werden?

Ich trage eine Uniform und habe die Möglichkeit, aus verschiedenen Teilen zu wählen. Egal wofür ich mich entscheide, die Uniformjacke und das Tuch müssen immer Bestandteil meiner Erscheinung sein. Ich besitze vier Dienstoutfits. Für den Fall, dass mal ein Fleck auf die Bluse kommt, habe ich zum Beispiel immer eine zweite in meiner Tasche.

 

Dunkelblaue Uniformschuhe

Top gestylt vom Scheitel bis zur Sohle

Wie lange brauchen Sie, um sich für den Tag fertigzumachen?

Am Vortag stelle ich schon meine Uniform zusammen und packe meine Tasche. Am Flugtag selbst plane ich immer ca. eine Stunde für duschen, Haare und Make-Up ein. Dabei ist es wegen der Hygiene und aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht erlaubt, lange Haare offen zu tragen. Make-Up-Töne sollten immer dezent sein und zum Typ passen.

Wie hoch sind die Schuhe, die Sie bei Ihrer täglichen Arbeit tragen müssen?

Ich trage dunkelblaue Uniformschuhe mit einem sieben cm hohen Absatz. Viele Kolleginnen haben noch ein zweites Paar dabei. Sogenannte Galley-Schuhe. Die sind einfach bequemer. Ich fühle mich in meinen hohen Schuhen aber wohl und kann damit super arbeiten. Wichtig ist dabei, dass sie immer poliert und unverziert sind.

Wer überprüft denn den Look und was passiert, wenn das Styling nicht perfekt ist?

Purser oder Purserette überzeugen sich vor Flugbeginn, ob alles bei den Flugbegleiter/innen sitzt. Wir selbst sind davon natürlich nicht ausgenommen. Haben Kollegen den Standard nicht eingehalten, sind zum Beispiel nicht geschminkt oder mit schmutzigen Schuhen an Bord, findet man gemeinsam eine Lösung. Ich habe immer ein Schminkset, eine Haarbürste und zweites Tuch in der Handtasche, falls eine Kollegin ihres vergessen hat oder es dreckig ist. Ich erinnere mich zum Beispiel noch an einen Flug, auf dem ein Flugbegleiter seine Krawatte vergessen hatte. Da hat ihm der Copilot mit einer Ersatzkrawatte ausgeholfen.

 

Diese Ente darf nicht fehlen

Glücksbringer Gertrud

Was ist das Beste an Ihrem Job?

Besonders gut gefällt mir an meiner Arbeit, dass es immer neue Herausforderungen gibt und kein Arbeitstag dem anderen gleicht. Man trifft auf viele Menschen, mit verschiedenen Charakteren und dabei lernt man auch eine Menge über sich selbst.

Fällt Ihnen spontan ein lustiges Erlebnis aus Ihrem Berufsalltag ein?

Ein etwas korpulenter Fluggast beschwerte sich einmal lautstark bei mir, dass sein Tisch kaputt sei und er ihn nicht herunterklappen könne. Mein Blick fiel auf seine Leibesfülle und mir war gleich klar, dass das Problem nicht der Tisch war. Aber wie erklärt man dem Fluggast, dass sein Bauch im Weg ist, ohne dabei unhöflich oder gar diskriminierend zu sein?! Bevor ich antworten konnte, bekam er einen Ellenbogen von seiner Frau, die neben ihm saß, in die Rippen und sie sagte: „Halt die Gosch’n! Wenn wir zu Hause sind, setze ich Dich auf Diät“

Und nun noch zum Schluss: Was darf auf keinem Flug fehlen?

Gertrud, meine Ente. Sie ist mein Glücksbringer und immer dabei. Beim Boarding stelle ich sie auf die Ablage, was nicht nur bei den kleinen Gästen gut ankommt …

 

 

Na dann. Vielen Dank für das unterhaltsame Gespräch, Frau Sturm, und weiterhin guten Flug!


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