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Schulbauprojekt in Namibia

60 Jahre // Afrika // Kultur

Gastautor / Hinter den Kulissen / 9. Januar 2017

„ConTribute“ unterstützt in Zusammenarbeit mit FLY & HELP ein Schulbauprojekt in Namibia – Nikolai Markus berichtet vor Ort!

ConTribute“ ist die „CSR-Abteilung“ (Corporate Social Responsibility) der Condor. Es ist die Abteilung, die bereits seit vielen Jahren leidenschaftlich soziale Projekte unterstützt. Als ein Unternehmen, welches weltweit wirtschaftet, möchte Condor im besonderen Maße Verantwortung gegenüber Umwelt und Menschen der benachteiligten Regionen dieser Welt übernehmen. „ConTribute“ bündelt und koordiniert die vielen Projekte des Unternehmens.

FLY & HELP ist eine Stiftung, die 2009 von dem Unternehmer Reiner Meutsch gegründet worden ist. Dieser verkaufte damals seine eigene Firma um seinem Traum zu folgen: die Welt zu bereisen und dabei Gutes zu tun – nämlich benachteiligten Kindern zur Bildung zu verhelfen. Seit ihrer Gründung arbeitet die Stiftung sehr erfolgreich. Das damals sich selbst gesetzte Ziel, 100 Schulbauprojekte bis 2025 zu realisieren, wurde bereits 2016 erreicht.

Nikolai Markus (der Autor dieses Berichts) bereist im Rahmen seines privaten Projektes ( „Help ’n‘ Travel“ => www.help-and-travel.org ) Schulbauprojekte. Die Kontakte zu den Verantwortlichen vor Ort bekommt er von FLY & HELP. In seinem Blog versucht Nikolai andere Menschen zum Helfen zu animieren. Er informiert alle Interessierten über die Geschehnisse vor Ort und bietet ihnen Anregungen und Ideen, ihr eigenes Glück zu teilen.

Die Himba – eine Gesellschaft im Wandel

Vor etwa zwei Stunden haben wir die asphaltierten Straßen verlassen und bahnen uns über die so genannten „gravel roads“ unseren Weg ans Ziel. Wir durchfahren kleine Örtchen, passieren viele Rinder- und noch mehr Ziegenherden und sehen unzählige kleine Häuser aus dicken Ästen und Kuhdung am Straßenrand. Die Bewohner dieser Häuser blicken neugierig zu unserem Pick-Up-Truck und grüßen freundlich. Ich winke zurück und bin fasziniert von der traditionellen Tracht der hiesigen Menschen. Dabei sind die Frauen besonders aufwendig bemalt und voller Schmuck: um die Taille tragen sie einen ledernen Schurz, am Hals, sowie an Hand- und Fußgelenken erblickt man unzählige Ringe, der Busen bleibt unbedeckt und der ganze Körper samt Haarpracht ist mit einer Paste aus Butterfett und Ockerfarbe eingerieben.

Wir befinden uns im Südwesten Afrikas. Präziser gesagt befinden wir uns im Kaokoland in Namibias Norden. Wir befinden uns in der Heimat der Himbas…

Schulbau_17.11

Schulbau 17.11.


Die Himbas bilden das letzte (teil-)nomadisch lebende Volk in Namibia. Sie waren bis vor kurzem noch gänzlich von ihren Viehherden abhängig. Diese einseitige Lebensgrundlage birgt natürlich riesige Herausforderungen. Vor allem während längerer Dürreperioden – die hier teilweise mehrere Jahre anhalten – befinden sich die Nutztiere und damit auch ihre Besitzer in großer Gefahr.

Als wir auf unserer Route einen größeren Ort passieren, wird mir augenscheinlich klar, dass sich die hiesige Bevölkerung in einem starken gesellschaftlichen Wandel befindet. Ich sehe einige Restaurants, eine Tankstation, eine Autowerkstatt, ein Krankenhaus, eine Polizeistation und eine Schule. Und zwischen all dem die Hirten mit ihren Herden. Traditionell gekleidete Personen vermischen sich mit denen, die eher der westlichen Mode folgen. Und alle leben und arbeiten zusammen!

Auf dass die Traditionen auch in der Moderne überleben!

Schulbau_21.11

Schulbau 21.11.


€ 60.000,- für vier neue Klassenräume

Schließlich erreichen wir Omuhonga. In dieser winzigen, abgelegenen Gemeinschaft hat FLY & HELP bereits drei Klassenräume und eine Kantine für eine„Primary School“ gebaut. In 2016 wurde auch ein Hostel errichtet, weil die meisten Kinder hier aufgrund der langen Schulwege übernachten müssen. Die Schule hat einen sehr guten Ruf und so kommen jährlich immer mehr Schüler. Die bestehenden Klassenräume reichten für die sieben Jahrgänge nicht mehr aus.

Und genau hier haben „ConTribute“ und FLY & HELP gemeinsam angesetzt und eine Vergrößerung der Schule um vier Klassenräume in Angriff genommen.

Im Rahmen ihres 60-jährigen Jubiläums spendet Condor € 60.000,-, für diesen Ausbau.

Schulbau_25.11

Schulbau 25.11.


Als ich Mitte November 2016 die ganz junge Baustelle zum ersten Mal sehe, sind die Mauern größtenteils nur einen halben Meter hoch gezogen. Die Arbeit der kommenden Wochen läuft jedoch gut organisiert und in einem vorbildlichen Tempo ab. Bis Weihnachten stehen alle Wände und sogar das Dach kann befestigt werden.

Auf dass auch die letzten Arbeitsschritte nach Plan verlaufen!

 

Schule – mehr als nur ein Ort zum Zeit absitzen

Während meines Aufenthalts baue ich zum Lehrpersonal und natürlich auch zu den Schülern eine intensive Beziehung auf.

Schulbau_08.12

Schulbau 08.12.


Dabei stelle ich fest, dass eine Schule im Kaokoland einen wesentlich höheren Stellenwert für die Kleinen hat, als bei uns. Besonders die Kinder, die das Angebot der Unterbringung im Hostel wahr-nehmen, verbringen einen Großteil ihres noch jungen Lebens auf dem Schulgelände. Und da auch die Lehrer ihre Unterkünfte nur wenige Meter von denen der Schüler erbaut bekommen haben, herrscht hier eine wesentlich engere Bindung zwischen Lehrenden und Lernenden. Der Respekt, den ich den Lehrern entgegengebracht sehe, ist beeindruckend. Damit verwundert es nicht, dass es der gängigste Wunsch der Mädchen und Jungen ist, später einmal selbst Lehrer zu werden.

Schulbau_12.12

Schulbau 12.12.


Als ich am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien der Verabschiedungszeremonie lausche, bin ich überrascht, bei den Kindern kaum ein glückliches Gesicht zu entdecken. Ganz im Gegenteil: es wird teilweise mit den Tränen gekämpft. In die Ferien zu gehen, heißt hier für die meisten Kinder nämlich: Ziegen hüten zu müssen und in unregelmäßigeren Abständen Essen zu bekommen.

Auf dass der Unterricht bald wieder beginne!

Erweiterung des Horizonts und Wahrung der Tradition

Das Besondere an der Schule in Omuhonga ist unter anderem, dass die Kinder hier ermutigt werden, die Schule in ihrer traditionellen Tracht zu besuchen. In vielen anderen Schulen des Landes würde dies Mobbing durch andere Schüler bedeuten.

In der aktuellen Situation ist es für die Himba natürlich wichtig, neue Möglichkeiten zur Selbstversorgung zu erlernen. Ebenso wichtig ist aber auch die Wahrung der eigenen Identität und der eigenen Traditionen. Dazu gehört, dass die Kinder das tragen dürfen, was sie auch daheim tragen würden und dazu gehört auch, dass die Schüler neben dem Englischen auch Unterricht in ihrer Stammessprache („Otjiherero) erhalten. Des weiteren ist hier für 2017 eine Art „Volkskundeunterricht“ in Planung. Man ist gerade dabei, ältere Mitglieder der Stämme zu finden, die sich bereit erklären, für einige Unterrichtsstunden in die Klassen zu gehen um den Kindern den Sinn ihrer Traditionen zu erklären.

Meiner Meinung nach genau der richtige Weg!

Auf dass altes und neues Wissen einen Platz in den vielen, neugierigen Köpfen findet!

Peace!

 


 

Nikolai MarkusEin Gastbeitrag von Nikolai Markus

Homepage: www.help-and-travel.org

Facebook: www.facebook.com/helpntravel/


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5 Kommentare

on 8. March 2017

Toller Bericht!
Tolle Aktion!
Cool, dass ihr euch solche wichtigen Themen zu Herzen nehmt und das auch mit liebe zum Detail!
Macht weiter so.
Ich hoffe in Zukunft mehr von solchen Aktionen zu hören :)
Liebe Grüße

Lenni / http://www.avanceaire.com

    Condor
    on 8. March 2017

    Hi Lenni,

    vielen Dank für dein netten Kommentar! Es freut uns, dass dir die Aktion gefällt. Weitere Aktionen findest du auch immer auf https://www.condor.com/contribute/ und wir werden auch bald wieder auf dem Blog berichten :)

    Viele Grüße,
    Dein Condor Team

    on 28. March 2017

    Auch ich möchte Dir für deinen lieben Kommentar danken, liebe Lenni!

    Ich persönlich werde mein Engagement weiterhin ausweiten. Und wer weiß, ob nicht eine weitere Zusammenarbeit mit der Condor zusatande kommt. Auf http://www.help-and-travel.org kannst Du die Neuigkeiten zu meinem Projekt anschauen!

    Peace!

on 18. January 2017

Tolle Sache!

Besonders die Tatsache, dass in diesen Schulen die Traditionen der Himbas gewahrt werden sollen, finde ich klasse!

Alles Gute weiterhin!



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