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Mysterium von Fuerteventura: die Villa Winter

Kanaren

Claire Krüger / Reiseziele / 12. September 2015

Fuerteventura ist bekannt für traumhafte, meterlange Sandstrände. Nicht unweit davon verbirgt sich ein großes Geheimnis.

Der Weg hinauf ist ziemlich holprig und wenn man oben angekommen ist, braucht man erst mal eine kleine Verschnaufpause. Das große, zweistöckige Gebäude mit dem massiven Turm steht einsam in der Landschaft, wirkt fast schon verloren. In der direkten Umgebung befindet sich nichts. Hier kommt niemand mal eben zufällig vorbei.
Man sieht der Außenfassade an, dass sie der Witterung schon sehr lange standhalten musste. Überall fehlen Stücke des Gemäuers.

Ein großes, altes Holztor, in das ein riesiges „W“ eingearbeitet worden ist, empfängt alle Besucher. Die Rede ist von der Villa Winter auf Fuerteventura. Sie gilt als eines der größten, ungelösten Geheimnisse. 1936 wurde sie von dem deutschen Ingenieur Gustav Winter erbaut. Dieser arbeitete ab 1915 an verschiedenen Projekten in Spanien. Was „Don Gustavo“, wie ihn die Einheimischen nennen, dabei genau gemacht hat und vor allem, was hinter den Toren seiner Villa passierte, weiß bis heute niemand.


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Der stillste Ort der Insel – die Villa Winter auf Fuerteventura

Dabei gibt es viele Spekulationen. Man sagt, Winter sei ein Vertrauter Hitlers gewesen und habe diese Villa errichten lassen, um darin Nazi-Größen nach dem zweiten Weltkrieg zu verstecken.

Da die Villa auf einem großen, nur teilweise zugänglichen Höhlensystem steht, vermutet man, dass es Verbindungswege bis zum Meer gibt. Und dass diese als U-Boot-Stützpunkt genutzt wurden. In der Nähe der Villa fand man Überreste eines Flugfeldes und Hinweise auf Bergbau-Aktivitäten.

Winter wollte die Halbinsel Jandia vermutlich zu einer deutsch-spanischen Militärbasis machen. 1937 unterschrieb er einen Pachtvertrag und investierte in die Landwirtschaft der Region. Er fertigte Skizzen für den Bau einer Straße, die an der Ostküste der Insel begann. Winter selbst hat diese Spekulationen in einem Interview mit dem „Stern“ von 1971 bestritten.

 

Heute ist die Villa im Besitz der Gemeinde Pajara und zum Teil für Besichtigungen durch Touristen freigegeben. Allerdings hat sich ein Nachfahre „Don Gustavos“, der Dortmunder Andreas Winter zu Wort gemeldet. Er möchte das Anwesen zu einem Wellness-Tempel umbauen. Da das Gebäude in der Nähe des längsten Strandes der Insel liegt, wäre dies sicher ein lohnendes Geschäft. Allerdings sind die Spanier auch für ihre strengen Bauvorschriften bekannt.

Im nahegelegenen Dorf Cofete, dem einsamsten Ort Fuerteventuras, leben nur 15 Bewohner und einige Ziegen. Drumherum: Nichts. Keine Geschäfte. Nur Stille. Vielleicht erzählt man sich dort auch deswegen die Geschichten über die mysteriöse Villa Winter.


 


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2 Kommentare

on 21. June 2018

Wir sind bei unserem letzten Fuerteventura Urlaub über den Pass nach Cofete gefahren und haben die Villa von weitem gesehen. Sie wirkt richtig mystisch mitten in dieser kargen Landschaft. Leider haben wir nicht gewusst das die Villa zur Besichtigung zugänglich ist. Wir haben leider erst im nachhinein erfahren was es mit der Villa auf sich hat. Naja, sollte ich nochmal in Fuerte sein sehe ich mir die Villa auf jeden Fall an.

on 25. January 2016

Dieses Jahr werde ich es wohl endlich mal schaffen, mir auch Fuerteventura anzusehen. Bisher habe ich mich nur auf Türkei, Malta und Ägypten eingeschossen, aber mittlerweile muß ich mal etwas anderes sehen.



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