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Nachhaltiges Tauchen

Nachhaltigkeit // tauchen

Gastautor / Tipps & Tricks / 22. Februar 2017

Jeder Schritt, den wir gehen, hinterlässt Spuren. So ist es leider auch beim Tauchen. Taucher nehmen oft nicht so viel Rücksicht auf die wundervolle Unterwasserwelt, wie es eigentlich angebracht wäre. Die Folge sind verschmutzte Meere, verängstigte Meerestiere und eine Landschaft, die nicht mehr das ist, was sie einmal war. Klingt nicht besonders toll, oder? Umso wichtiger ist es, dass du in deinem Tauchurlaub auf Nachhaltigkeit setzt.

Umweltbewusst in den nächsten Tauchurlaub

Nun stellt sich dir womöglich die Frage: Wie verhalte ich mich denn nachhaltig beim Tauchen? Nun, ganz einfach: Sei keine Bedrohung für die Pflanzen und Tiere unter Wasser. Keine Sorge, das ist weniger kompliziert, als es sich anhört. Es lässt sich mit einer Toilette vergleichen – idealerweise hinterlässt du sie so, wie du sie vorgefunden hast, eventuell sogar sauberer. Das bedeutet auf deinem Tauchgang, dass du nichts mitnimmst (außer Plastikmüll, den andere, weniger rücksichtsvolle Taucher dort hinterlassen haben) und nichts hinzufügst. Wirf keinen Müll ins Wasser und stelle sicher, dass du die Lebenswelt der Tiere nicht zerstörst. Vielen Tauchern ist nicht bewusst, dass sie ein Ökosystem zerstören, indem sie Steine oder Korallen als Souvenirs mitnehmen. Eine leider sehr weit verbreitete Praktik, ist, den eigenen Namen in eine Koralle zu ritzen – auch davon solltest du unbedingt absehen!

6 Argumente für einen nachhaltigen Tauchurlaub

Auch, wenn du dich nicht gerade zu den Umweltschützern zählen würdest, kann ein nachhaltiger Tauchurlaub für dich interessant sein. Was sich im ersten Moment vielleicht etwas langweilig anhört, kann nämlich zu einem wirklich tollen Erlebnis für dich werden. Wir wollen dir verraten, welche Vorteile es dir bringt, in einem Gebiet zu urlauben, das einen nachhaltigen Tauchtourismus pflegt:

1. Du hast mehr Ruhe.

Eine weltweite Studie der Initiative Reef Check hat ergeben, dass ein Riff im Schnitt nicht mehr als 6000 Tauchgänge pro Jahr verkraftet, ohne Schaden zu nehmen – eine Zahl, die in Ägypten meist weit überschritten wird. An diesen Zahlen orientiert sich die Subex-Tauchbasis in der Ökobucht al-Kuadim am Roten Meer. Im Gegensatz zu anderen ägyptischen Tauchstationen werden hier nur maximal 25 Taucher pro Tauchgang zugelassen, die sich auf fünf Riffabschnitte aufteilen. So hast du mehr Ruhe beim Erkunden der wunderschönen Unterwasserwelt.

Gelbe-Fische


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2. Du siehst mehr von der schönen Umgebung.

Naja, irgendwie ist das auch klar, wenn du bedenkst, dass du dir „deinen“ Riffabschnitt nur mit höchstens vier weiteren Tauchern teilen musst. Je weniger Taucher im Riff sind, umso freier ist deine Sicht und umso mehr bekommst du auch mit. Fischflossen statt Taucherflossen ist hier das Motto und das wird perfekt erfüllt.


3. Du siehst nicht nur mehr, die Dinge, die du siehst, sind auch noch schöner.

Sansibar zählt zum Beispiel nicht zu den bekanntesten Tauchinseln – und das kannst du dir zunutze machen. Dadurch, dass die Insel in der Nähe von Tansania noch nicht so von Touristen überlaufen ist, sind die traumhaften Postkartenstrände auch nicht verdreckt, sondern hier kannst du die Natur in ihrer ursprünglichen Schönheit bewundern. Besonders das Naturschutzgebiet des Mnemba Atolls lockt viele Taucher an. Die Riffe rund um Sansibar sind in einem hervorragenden Zustand und somit auch die Tauchgebiete. Damit sind sie auch reicher an maritimem Leben und beheimaten vielfältigere Fischarten als von Touristen überlaufene Tauchgebiete.

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4. Du unterstützt regionale Betriebe.

Die meisten grünen Tauchschulen werden von Einheimischen betrieben, und nicht von großen internationalen Konzernen, die sich an der Natur bereichern wollen. Deshalb legen nachhaltige Tauchbetriebe Wert auf einheimische Tauchlehrer, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Wenn also Tier- und Umweltschutz noch keine überzeugenden Argumente für dich waren, ist es ja vielleicht der Schutz der Einheimischen vor Ausbeutung – denn Nachhaltigkeit soll auch den Menschen nützen. Dies ist zum Beispiel im Coco Palm Dhuni Kolhu Resort auf den Malediven der Fall, welches sich zum Ziel gesetzt hat, einen Mehrwert für lokale Gemeinden zu schaffen und die Bildung der Einwohner zu gewährleisten.


5. Du kannst der Umwelt etwas Gutes tun.

Wäre es nicht schön, im Urlaub etwas Gutes zu tun und damit positives Karma für die Zeit danach zu sammeln? Das kannst du auf Teneriffa tun. Zwischen den Vulkanen in Puertito de Adeje im Süden der Insel wird mittlerweile seit einigen Jahren ein Nachhaltigkeitsprojekt durchgeführt, bei welchem Taucher dabei helfen können, die native Flora und Fauna von einer damaligen Diademseeigelplage zu befreien und zu regenerieren. Zudem spendet das Tauchunternehmen „Flyover“ zehn Prozent seiner Gewinne an Projekte des Océano Sostensible, was dem Lebensraum unter Wasser wiederum zugutekommt.

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6. Du kannst dich nützlich machen.

Auf Mahé Island auf den Seychellen kannst du lokalen Organisationen helfen, lokale Projekte zu unterstützen und Tieren zu helfen. Du förderst das Umweltbewusstsein in der Region und kannst das alles mit ein paar schönen Tauchgängen verbinden.


Auch, wenn du kein passionierter Umweltschützer mit Leib und Seele bist, solltest du dir einen nachhaltigen Tauchurlaub nicht entgehen lassen. Neben dem Schutz der Flora und Fauna unter Wasser, die nach dir ja auch noch andere Menschen gerne bewundern würden, tust du noch was für die Menschen vor Ort und auch für dich selbst, denn in einem nachhaltigen Tauchgebiet kannst du eine weitaus vielfältigere Unterwasserlandschaft genießen als in einem Touristengebiet.

 


 

Gastbeitrag von Stefany Seippstefany-seipp

Stefany Seipp schreibt auf der Informations- und Kommunikationsplattform Green Pearls und in ihren Blogbeiträgen mit viel Engagement über nachhaltigen Tourismus ohne Verzicht, Umweltschutz und soziales Gleichgewicht.


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2 Kommentare

on 27. April 2018

Der Aspekt der Müllvermeidung ist etwas, dass man im Tauchurlaub und generell auf allen Reisen beherzigen sollte und sich wirklich leicht umsetzen lässt. Oder muss man denn für 2 Postkarten vom Souvenirshop sichs in eine Tüte einpacken lassen?! PET-Flaschen sind ebenso ein Problem und lässt sich ganz leicht mit einer mitgebrachten Nalgene-Feldflasche begegnen. Es gibt sogar einige Resorts die von Haus aus diese den Tauchgästen anbieten, zb die Eco Villages der Red Sea Diving Safari wie das Marsa Shagra, die nachhaltigen Tauchtourismus fördern und zudem richtig gutes Tauchen in Ägypten bieten. Da lässt sich viel ganz leicht im Vorfeld machen, einfach mal drüber nachdenken. Ich finde, gerade wir Taucher haben die Chance es den anderen vor zumachen.

on 11. October 2017

Ich bin leidenschaftliche Taucherin und erkunde meist die Riffs in Asien mit meinem Partner zusammen. Hier sind die Tauchgebiete noch nicht so überlaufen. Dafür hat man viel mehr Ruhe im Riff. Mein Tipp privates Boot mieten und mit Max 4Personen tauchen gehen. Mehr ist weniger



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