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Kapstadt zum Fühlen, Hören und Schmecken

Condor Redaktion / Reiseziele / 24. September 2020

Wie fühlt sich Kapstadt an? Reisereporter Wayne Lee Robertson (@waynehipe) nimmt euch mit auf eine sinnliche Tour durch seine Heimatstadt.

Eine Sinnesreise durch Kapstadt

Fühlen

Kapstadt fühlt sich grenzenlos an, jeder Stadtteil wie ein anderes Land. Die weißen, kühlen Wände der Ferienanlage Club Mykonos an der Westküste lassen mich an Griechenland denken. Die steinigen Wege auf dem Helderberg an die Alpen. Die sandigen Cape Flats erinnern mich an Mexiko und zwischen den glatten Fassaden der Hochhäuser im Geschäftsbezirk CBD spüre ich immer einen Hauch von New York.

Schmecken

Ein Sonntagmorgen ohne Koeksisters ist möglich, aber sinnlos. Das zopfförmige Gebäck bekommt man in jedem Laden an der Ecke. Warum es so köstlich schmeckt? Es wird zuerst frittiert und dann durch Sirup gezogen.

Macht süchtig: der Caprice-Burger

Kapstadt schmeckt für mich auch nach Barbecue-Soße. Café Caprice am Camps Bay Beach macht ziemlich gute Burger, aber es ist ihre Soße, von der ich einfach nicht genug bekommen kann. Und wer den Caprice-Burger bestellt, bekommt noch Zwiebelringe dazu.

Sehen und gesehen werden in Camps Bay

Tipp: Kapstadts Manufakturen

Man muss nicht lange suchen, um in Kapstadt Manufakturen zu finden. Unframed zum Beispiel wurde von einem Franzosen ins Leben gerufen, der keine Lust mehr auf sein Leben als Banker in New York hatte und stattdessen jetzt Eis macht. Ich greife immer wieder zu Speculoos (Spekulatius). Einige seiner Sorten sind sogar vegan und dank Kokosnussmilch besonders cremig.

Hören

Erst seit der Musikdoku Searching for Sugar Man kennen auch Leute außerhalb Südafrikas die Geschichte von Sixto Rodriguez. Der US-amerikanische Sänger und Komponist hatte die meiste Zeit seines Lebens keine Ahnung, dass er während der Apartheid bei uns die Stimme einer ganzen Generation war. Die Doku spielt im traditionsreichen Plattenladen Mabu Vinyl, dessen Besitzer sich auf die Suche nach dem verschollen geglaubten Musiker macht. Ich liebe den Vibe.

Bei all den musikalischen Talenten in Kapstadt wäre es unfair, nur eines hervorzuheben. In der Hip-Hop- und Elektroszene passiert gerade einiges – bei Yours Truly in der Kloof Street verpasst man keinen Trend. Wer eher auf Livemusik von Neo-Soul bis Rock steht, sollte ins Nomad Bistro & Bar gehen. Das gilt auch für alle, die am Rippchenbüfett so viel essen wollen, wie sie können.

Auf der einen Seite der Lion’s Head auf der anderen die Twelve Apostels, das Panorama von Camps Bay ist einmalig

Die Strände von Kapstadt

Spielende Kinder, Geschnatter unter dem Rauschen der Wellen: So klingen Kapstadts Strände. Dort kommen wir zusammen, denn wir sind vom Meer umgeben. Von den großen Felsen in der geschützten Llandudno-Bucht genieße ich gern die wunderbare Aussicht. An den Strand etwas außerhalb fahre ich, wenn ich schwimmen möchte – das Wasser ist dort wärmer als im Atlantik. Und Hout Bay gefällt mir, weil dort immer was los ist, etwa der Markt am Wochenende. Außerdem gibt’s bei Fish on the Rocks das beste Fish and Chips der Stadt.

Sehen

Von der Strandpromenade in Sea Point, einem der reichsten und am dichtesten besiedelten Viertel der Stadt, ragen die Hochhäuser gen Himmel. Wer es wagt, vom Signal Hill mit dem Gleitschirm zu springen, sieht sie trotzdem von oben. Mehrere Firmen bieten von dort Paragliding-Abenteuer an.

Der markante Lion’s Head ist ein beliebtes Ziel für Wanderer

Nirgendwo sonst hat man einen Rundumblick wie vom Lion’s Head, oder Löwenberg. An klaren Tagen sieht man sogar bis zum Kap der guten Hoffnung. Die rund zweistündige Wanderung auf den fast 670 Meter hohen Berg schaffen auch Anfänger.

Kapstadt ist ein Paradies für Fleischliebhaber

Bei uns wachsen einige ledrige Pflanzen, die es nur hier gibt. Man sieht diese Gewächse überall, zum Beispiel im Newlands Forest, wo ich gern picknicke. Die Baumkronen spenden den Picknickplätzen Schatten – natürlich gibt es auch Grillstellen. Grillen, das bei uns Braai heißt, nehmen wir wie die Deutschen sehr ernst.

Riechen

Es ist spät am Nachmittag, die tief stehende Sonne scheint mir ins Gesicht, ich genieße die Aussicht auf den Tafelberg, das Leben und rieche Passionsfrucht: die frische Zutat des Porn-Star-Martinis – ein paradiesischer Cocktail aus Vanillewodka, Vanillezucker und etwas Champagner. Am liebsten auf der Terrasse der Asoka-Bar.

Gehört zum Pflichtprogramm: ein Ausflug zum Tafelberg

Der Duft von Kaffee steigt einem überall in die Nase: Deluxe und Bootlegger zum Beispiel rösten ihre Bohnen selbst und haben gleich mehrere Café-Filialen in der Stadt. Ich bestelle immer einen Americano. Das Café Honeybun serviert die Eierkuchen so frisch aus der Pfanne, dass das Nutella darauf zerrinnt – ein Gedicht mit Banane und Erdbeeren. In diesem Nachbarschaftscafé kommen die gemischten Bewohner des Stadtteils Observatory zusammen. Ein guter Ausgangspunkt, um die kreative Atmosphäre der Gegend zu erleben.

Die bunten Häuser von Bo-Kaap

Weitere Informationen zum Reiseland Südafrika und der aktuellen Situation findet ihr unter www.southafrica.net und auf  www.facebook.com/suedafrikaerleben

Bildrechte: South Africa Tourism




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