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Ein Tag mit … einem Copiloten

Condor-Mitarbeiter // Crew

Claire Krüger / Hinter den Kulissen / 19. Februar 2016

Was macht ein Copilot?
Von Checks, Walkarounds und der Vorbereitung der Rückreise

 Marcel Stachowski ist seit 2010 bei Condor. Als Copilot fliegt er zurzeit häufig nach Teneriffa. Wie sein Berufsalltag im Detail aussieht, verrät er im Interview.

 

Reifencheck

Stimmt das Reifenprofil?

Wie starten Sie in den Arbeitstag?
Mit einem kurzen Frühstück und einem Kaffee.

Als Copilot sind Sie auch für die Sicherheit der Passagiere verantwortlich. Was müssen Sie vor dem Start einer Maschine überprüfen?
Ich überprüfe sämtliche Sicherheitsfunktionen im Cockpit. Zum Beispiel die Feueralarme der Triebwerke. Ich teste die Streckenführung im Bordcomputer und checke den gesamten technischen Status des Flugzeugs.

Wie lange dauert der letzte Check vor dem Start?
Der so genannte „Walkaround“ kurz vor dem Start dauert etwa 10 Minuten. Dabei nimmt man das Flugzeug von außen in Augenschein.

Gibt es ein Vier-Augen-Prinzip?
Eigentlich ist es sogar ein Sechs-Augen-Prinzip. Meist wird uns das Flugzeug am Morgen von zwei Technikern übergeben. Ein Pilot überprüft zusätzlich beim „Walkaround“ das Flugzeug und seinen technischen Zustand. Der zweite Pilot prüft das Wartungsbuch auf eventuelle Beanstandungen oder durchgeführte Reparaturen.

 

Turbinencheck

Ist die Turbine in Ordnung?

Welche Besonderheiten gibt es bei Triebwerk- und Fahrwerkchecks?
Die Beschaffenheit der unzähligen Schaufeln, Rotoren und Statoren muss auf Beschädigungen z. B. durch Vögel geprüft werden. Jetzt in der kalten Jahreszeit muss man außerdem verstärkt auf Eisansatz achten.
Das Fahrwerk eines Flugzeugs wird bei Start und Landung stark beansprucht. Deshalb prüfe ich die Unversehrtheit der Reifen und deren Profiltiefe. Die riesige Carbon-Bremsanlage darf nicht beschädigt sein, um bis zu 94t wieder sicher abbremsen zu können. Ebenso werden die Hydraulikschläuche auf sichtbare Undichtigkeiten überprüft. Zuletzt wird das Vorhandensein aller Radbolzen gecheckt.

Als Copilot verfügen Sie also über Grundkenntnisse in Flugzeugmechanik…
Piloten sind in erster Linie dafür verantwortlich, sicher von A nach B zu fliegen. Dennoch gehört ein gewisses technisches Verständnis zum Fliegen dazu. Einfach um das Hintergrundwissen abrufen zu können. Viel mehr Wissen als wir haben unsere Techniker. Wir können voll und ganz auf sie vertrauen, denn sie bekommen eine spezielle Ausbildung.

 

Blick aus dem Cockpit auf Teneriffa

Anflug auf Teneriffa

Hand aufs Herz, ist Ihnen schon einmal etwas Ungewöhnliches aufgefallen?
Wo Menschen arbeiten, kann auch schon mal etwas übersehen werden. Ein Flugzeug ist hochkomplex. Aber dafür haben wir ja das Vier-Augen-Prinzip.
Mir sind beispielsweise einmal vereiste Statoren im Triebwerk aufgefallen. Das Flugzeug ist am Vorabend durch einen Schneesturm geflogen und da war das Eis aufgrund der kühlen Temperaturen noch nicht vollständig abgeschmolzen.
Wir konnten das Eis mit Hilfe der Techniker zügig entfernen und die Gäste pünktlich in den Urlaub fliegen.

Aktuell fliegen Sie häufig nach Teneriffa. Gibt es beim Anflug Besonderheiten oder besonders schöne Momente?
Ich liebe den Blick auf den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Er ist mit seinen über 3700 Metern nicht zu übersehen und ein Grund, warum wir im An- und Abflug um die Insel herum fliegen müssen.

 

Pilot bei Condor

Marcel Stachowski beim Walkaround

Was empfinden Sie auf einem Flug am angenehmsten?
Die angenehmsten Momente beim Fliegen erreichen wir mit der Reiseflughöhe, die schönsten jedoch bei Anflug auf atemberaubende Ziele und beim Start.

Haben Sie auch Zeit die Destinationen zu erkunden, die Sie anfliegen?
Momentan leider nicht, denn wir haben nur eineinhalb Stunden Zeit das Flugzeug „umzudrehen“ und für die Rückreise vorzubereiten.

Und zum Schluss: Warum dieser Beruf?
Ganz egal wie das Wetter am Boden ist, in der Luft habe ich jeden Tag die Möglichkeit die Sonne zu sehen.

 

 

 

 

Die Welt aus dem Cockpit

 



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