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Ein Tag mit …
Flugbegleiterin Katrin

Condor-Mitarbeiter // Crew // Verhalten im Flugzeug

Condor Redaktion / Hinter den Kulissen / 22. März 2017

Von Frankfurt nach Gran Canaria und wieder zurück:

Rufbereitschaft ist wie Lottospielen, man weiß nie was kommt

Alle Tage wieder habe ich neben meinen fest eingeplanten Flügen für den entsprechenden Monat einen Standby-Tag in meinem Dienstplan stehen. An diesem Tag muss ich auf alles vorbereitet sein. Falls jemand kurzfristig von der Crew krank werden sollte oder ich aus anderen Gründen benötigt werde, kann mich Condor an diesem Tag anrufen und dann muss ich innerhalb einer Stunde am Flughafen sein. Schnell noch die Uniform anziehen, die Koffer ins Auto einladen und dann geht es meistens auch schon los.

Auch heute ist wieder einer dieser Tage. Ich finde es immer sehr spannend, wenn ich Standby habe. Es kann praktisch überall hingehen: auf Langstrecke, beispielsweise in die Karibik oder gar nach Alaska, ich kann mehrere Tage auf Kurz-und Mittelstrecke unterwegs sein oder manchmal werde ich auch nur für einen Flug herausgerufen, bei dem ich am Abend wieder in Frankfurt, meiner „Homebase“ lande. Egal was kommt, ich muss für alle Fälle gewappnet sein, der Koffer muss für jede Situation gepackt sein und die Uniform liegt schon gebügelt bereit.

Wenige Stunden vor einem Standby Einsatz erhalte ich eine SMS. „You have changes to your duty plan.“ Das bedeutet wohl, dass ich einen Flug bekommen habe. Da ich aber keinen Anruf sondern nur eine SMS erhalten habe, bedeutet es, dass ich noch genug Zeit habe bis zu meinem Abflug. Ich logge mich in unserem Mitarbeiterportal ein und klicke auf die Änderung. LPA steht da- das Kürzel für den Flughafen Las Palmas auf Gran Canaria. Für heute habe ich also eine Tagestour eingeplant bekommen. Es geht für mich von Frankfurt in aller Früh nach Gran Canaria und nach einer kurzen Zeit am Flughafen in Las Palmas geht es mit neuen Passagieren auch direkt wieder nach Hause.

Am Boden: Vorbereitungen für den Flug

Um 5.30 Uhr am Morgen muss ich in der Unternehmenszentrale sein. Dort trifft sich die Crew vor jedem Flug zu einem Briefing. Während ich für meinen Flug in meine Uniform schlüpfe, meine Haare zum Zopf flechte und mir etwas Make Up ins Gesicht zaubere, trinke ich einen Kaffee. Für ein Frühstück ist es noch zu früh- das werde ich später nachholen.

Als ich bei Condor ankomme, begrüße ich meine Kollegen mit denen ich den Tag zusammenarbeiten werde. Meistens fliege ich mit Kollegen die ich nicht kenne, ab und zu ist aber dann doch ein bekanntes Gesicht dabei. Ich drucke meine Briefingsunterlagen aus und bereite sämtliche Arbeitsmaterialien, wie Zollplomben etc. vor.

Pünktlich um 5.30 Uhr beginnt unser Briefing. Zusammen mit dem Purser und vier weiteren Kollegen besprechen wir den Ablauf des Fluges. Wir gehen Themen wie Sicherheit und Service durch. Nach einer Weile kommen auch die Piloten dazu und geben uns Informationen zur Flugroute und Flugzeit.

Dann müssen wir auch schon los. In einer Stunde sollen wir bereits abheben. Mit dem Crewbus werden wir direkt von der Unternehmenszentrale zum Flieger gebracht. An der Einfahrt zum Flughafenbereich befindet sich eine Sicherheitskontrolle für Crews. Auch wir müssen uns vor dem Flug, genauso wie die Passagiere, einer Kontrolle unterziehen. Der Koffer wird durchleuchtet, der Reisepass kontrolliert.

Wenn wir auf dem Flieger ankommen gehen wir unsere Check-Listen durch und schauen beispielsweise ob die Notrüstung am richtigen Ort verstaut und auch funktionstüchtig ist. Die verantwortlichen Flugbegleiter für die vordere und hintere Bordküche nehmen das Catering entgegen und bereiten alles für den Service vor.

Vom Ramp Agenten bekommen wir 30 Minuten vor geplantem Abflug die Information, dass die Passagiere zum Einsteigen abgerufen sind. Wir stellen uns auf unsere Positionen, nun heißt es „all faces in flight“. Jeder Gast will freundlich begrüßt werden, wir assistieren Gästen beim Verstauen des Handgepäcks, beantworten Fragen und nachdem das Sicherheitsvideo abgespielt wurde und wir durch die Kabine gegangen sind, um zu kontrollieren, ob auch jeder angeschnallt und alles richtig verstaut wurde, heben wir pünktlich um 7.05 Uhr in Frankfurt ab.

Notausgang


Über den Wolken: Frankfurt nach Las Palmas

Es geht der Sonne entgegen nach Gran Canaria und man merkt, dass sich unsere Gäste sehr auf das angenehme Wetter und den wohlverdienten Urlaub auf der Kanareninsel freuen. 4 Stunden und 15 Minuten soll der Flug dauern.

Blick aus dem Cockpit

Sobald die Anschnallzeichen erloschen sind, heißt es für uns nun den Service durchzuführen. Kinderspielzeug wird an die Kleinen verteilt, Kopfhörer angeboten, wir verteilen die vorbestellten Essen und nehmen Bestellungen entgegen, dann geht es mit dem Getränkewagen durch die Kabine und am Ende des Mahlzeiten und Getränkeservice sammeln wir den Abfall wieder ein. Beim Bordverkauf haben unsere Gäste dann die Möglichkeit zollfreie Waren zu erwerben oder von einem größeren Sortiment unseres Airshoppen-Katalogs zu wählen und dieses für den Rückflug vorzubestellen. Während des Fluges versorge ich auch unsere Piloten im Cockpit mit Essen und Getränken und freue mich über die Möglichkeit von dort den Ausblick über die Landschaft für einen kurzen Moment zu genießen.


Zwanzig Minuten vor der Landung ertönen die Anschnallzeichen, nachdem wir die Kabine noch einmal kontrolliert haben, setzen wir uns auf unsere Plätze und konzentrieren uns auf die Landung. Unsere Gäste schauen wie gebannt aus dem Fester, denn unter uns bietet sich bereits eine atemberaubende Kulisse. Von hier oben hat man wirklich einen tollen Blick auf die Inselgruppen und das tiefblaue Meer.

Hallo Gran Canaria: Kurzer Turnaround für mich

Es ist 10.20 Uhr auf Gran Canaria, eine Stunde müssen die Passagiere ihre Uhren zurückstellen. Wir sind pünktlich gelandet und nachdem wir eine Fluggastbrücke angelegt bekommen haben und die Freigabe vom Ramp Agenten vor Ort erhalten haben, dürfen unsere Passagiere aussteigen und nachdem der Urlaub bereits an Bord begonnen hat, freuen sich alle auf ein paar sonnige Tage auf Gran Canaria. Heute haben wir ungefähr eine Stunde am Boden bevor es für uns als Crew wieder zurück nach Frankfurt geht. In der Zeit wird der Flieger gereinigt und wir bereiten das Flugzeug für die Passagiere vor, die mit uns ihren Rückflug antreten. Für wenige Momente halte ich mein Gesicht in die Sonne und genieße die warmen Sonnenstrahlen, dann heißt es auch schon Lippenstift nachziehen und wieder zurück auf die Position. Die neuen Passagiere steigen ein und um 11.45 Uhr heben wir ab.

Flugbegleiterin_Katrin


Ab nach Hause: Rückflug Las Palmas nach Frankfurt

Es geht zurück nach Frankfurt. Die Rückflugzeit ist mit 4 Stunden und 49 Minuten berechnet. Wir haben Gegenwind. Derselbe Ablauf wie auch beim Hinflug, nur andere Gesichter, Gäste die freudestrahlend von ihrem Urlaub erzählen. Bei so vielen tollen Tipps, die ich bekommen habe, muss ich wohl meinen nächsten Urlaub auch auf Gran Canaria verbringen.

Touchdown in Frankfurt

Es ist nun kurz vor 18 Uhr und wir landen in Frankfurt. Feierabend!

Nun, noch nicht ganz, wir warten bis der letzte Passagier von Bord ist, überprüfen ob vielleicht noch persönliche Gegenstände liegengeblieben sind und dann geht es mit dem Crewbus zurück zur Unternehmenszentrale. Hier verabschieden wir uns voneinander. Bis zum nächsten Mal. Man sieht sich bestimmt mal wieder auf Strecke.

Normalerweise steige ich am Ende von einem Flug gerne in einer exotischen, tropischen Destination aus, doch heute freue ich mich am Ende des Tages in meinem eigenen Bett zu liegen.


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