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Ein Roadtrip durch den wilden Nordosten Kanadas

Amerika // Kanada // Road Trip

Gastautor / Reiseziele / 13. Februar 2017

Nova Scotia

Als ich nach meinem knapp achtstündigen Flug (mit Condor von München) die Wolkendecke durchbreche, breitet sich unter mir eine endlose grüne Fläche aus. Die nächsten zehn Tage bin ich auf den Straßen im wilden Nordosten Kanadas unterwegs. Mein Roadtrip führt mich durch die dünn besiedelte Provinz Nova Scotia, die auf einer Landzunge im atlantischen Ozean liegt. Der Slogan auf den neuschottischen Autokennzeichen „Canada’s Ocean Playground“ unterstreicht das, was mich in Nova Scotia erwartet –  7.400 Kilometer Küstenstreifen mit Tausenden schönen Buchten. Als wäre dies nicht schon genug, finden sich noch mehr als 3.800 vorgelagerte Inseln und mehr als 5.400 Seen in der Provinz. Nach Nova Scotia kommt man, wenn man Natur liebt. Den Trubel und Stress des Alltags lässt man schnell zurück.

Peggys-Cove

Nova Scotia Elch


Flanieren in der Hafengegend von Halifax

Ich starte meine Rundreise in der relaxten 400.000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Halifax, die, wie soll es anders sein, ebenso am Wasser liegt und einen der größten Häfen Nordamerikas hat.

Auf den Holzplanken des 3,8 km Harbour Walks herrscht an diesem Freitagabend eine unaufgeregte Atmosphäre. Touristen mischen sich auf der Strandpromenade von Halifax zwischen Pier 21 und Casino Nova Scotia unter die Einheimischen, die die frische Seeluft bei einem Spaziergang am Halifax Harbour genießen.

Von der Harbour Front aus erkunde ich am nächsten Tag hinter der Lower Water Street das restaurierte Hafenviertel, das der älteste Teil der Stadt ist, und suche das beschauliche Zentrum auf. Den Grünstreifen Grand Parade säumen an den Stirnseiten Rathaus und St. Paul’s Church. Schaut man von hier die Carmichael St. hinauf, erblickt man am Fuße der Zitadelle das Wahrzeichen der Stadt, die Town Clock. Den Hügel sollte man allein wegen des Ausblicks über die Stadt und den Hafen erklimmen. Nicht weit von hier befindet sich einer der ältesten viktorianischen Gärten Nordamerikas, der Public Garden. Zwölf Gärtner kümmern sich liebevoll um die Bepflanzung der Parkanlage, die von Mai bis November geöffnet ist, und als Juwel der Stadt gilt.

Lunenburg

 

Halifax Hafen


Wieder zurück am Hafen kaufe ich noch ein wenig Verpflegung für meinen Roadtrip im Halifax Seaport Farmer’s Market ein. Doch nicht nur frisches Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und die hausgemachten Konfitüren locken, sondern auch die schöne Aussicht über die Bucht, die man vom 1. Stockwerk genießen kann. Nicht weit von hier kann man Kajaks und Räder ausleihen oder sich einfach in einer übergroßen Hängematte fallen lassen und den Möwen beim Tanz durch die Lüfte zuschauen.

Es verwundert nicht, dass auch all meine Tipps für einen Roadtrip in Nova Scotia mit Wasser zu tun haben.

 

 

Meine fünf Roadtrip-Highlights:

Leuchtturm Peggy’s Point

50 km von Halifax entfernt erreicht man über die 339 km lange szenische Leuchtturmroute das bekannteste Fotomotiv von Nova Scotia – den Leuchtturm Peggy’s Point. Man sollte ausreichend Zeit einplanen, um das beschauliche Dorf mit seinen farbenfrohen Häusern und Booten im kleinen Hafen zu erkunden. Beim Genuss der wunderschönen Aussicht über die pittoresken Felsformationen und Findlinge, die weit verstreut sind, kann man schnell die Zeit vergessen. Ob Hummer oder Eiscreme – es gibt auch ein gutes Angebot für den kleinen Hunger.

Peggys Cover


Ein Bummel durch das farbenfrohe Lunenburg

Etwa 84.000 Menschen in Nova Scotia haben heute deutsche Vorfahren. Ein Hotspot ist definitiv der Ort Lunenburg, den deutsche Siedler Mitte des 18. Jahrhunderts gründeten.

Lunenburg Pferdekutsche

Kommt man nach Lunenburg, ist man zunächst von der Farbpracht fasziniert. Die schönen, bunten Holzhäuser und Kapitänsvillen sind auch Grund, weshalb die Altstadt seit 1995 zum UNSECO-Weltkulturerbe zählt. Auffällig leuchten die roten Holzhäuser am Hafen, wo sich auch das Schifffahrtsmuseum Fisheries Museum of the Atlantic befindet und der berühmte Schoner Bluenose II liegt.
Ein Stadtbummel führt den Gallows–Hügel hinauf, um den Ausblick über die Bucht und Stadt zu genießen. Hier befindet sich die auffällig schöne Lunenburg Academy, ein dreistöckiges rot-weißes Schulgebäude aus Holz, das architektonisch heraussticht. Wenn dann noch eine Pferdekutsche um die Ecke biegt, fühlt man sich vollkommen in eine andere Zeit hineinversetzt.


Wie die Mi’kmaqs im Kejimkujik National Park paddeln

Dichte Wälder, die von Flüssen und Seen durchbrochen werden, laden im Kejimkujik National Park zum Entspannen ein. Im zweitgrößten Biosphärenreservat Kanadas begebe ich mich auf die Spuren der Ureinwohner, der Mi’kmaqs. Sie durchquerten das Gebiet schon vor Tausenden von Jahren über die unzähligen Wasserstraßen. Ich paddle durch den Mersey River und ein Stück über den Kejimkujik Lake, lasse mich von der Ruhe und dem monotonen Plätschern des Paddelschlags verzaubern. Trotz sonntäglicher Geschäftigkeit verteilen sich die Boote über das weitläufige Areal. Einige Paddler legen Picknickstopps an einer der unzähligen Inseln ein.

Kejimkujik National Park

Kejimkujik National Park


Rafting auf der Gezeitenwelle in der Bay of Fundy

In der Bay of Fundy wird mit rund 16 Metern der größte Tidenhub der Welt verzeichnet und der kann ganz schön viel Spaß bereiten. Wenn die Flut zweimal täglich in die Flussmündungen landeinwärts drückt und das Flusswasser dann mit großer Kraft rückwärts fließen, kann man mit dem Schlauchboot auf der Flutwelle flussaufwärts raften. Das Raften in dem braunen, schlammigen Flusswasser fühlt sich wie der Schleudergang in der Waschtrommel an. Das bis zum Rand mit Wasser gefüllte Schlauchboot hoppelt und poltert über die Wasseroberfläche, während wir uns an den Stricken festkrallen und den kräftigen Wellen, die in die Gesichter spritzen, strotzen. Trocken kommt hier niemand raus.

Shubenacadie River_Tidal-Bore-Rafting

Cape-Breton Sonnenuntergang


Auf der schönsten Küstenstraße Nordamerikas durch den Cape Breton Highlands National Park fahren

Im nördlichen Teil Neuschottlands liegt die raue Insel Cape Breton, die die 770 Meter breite Straße von Canso vom Festland trennt. Wer auf Roadtrips steht, der sollte unbedingt auf einer der szenischsten Straßen Nordamerikas, dem Cabot Trail, durch das Cape Breton Highland fahren. Bei diesem Highway handelt es sich um eine Ringstraße, die auf einer Länge von 300 Kilometern zwischen den Orten Cheticamp und Ingonish verläuft. Von Wanderungen über Kajaktouren und Walbeobachtungstouren kann man hautnah die Natur erleben oder auf den schottischen und keltischen Spuren bei einem Ceilidhs unterwegs sein oder der traditionellen Whisky-Produktion beiwohnen. Bei einer kleinen Wanderung auf dem Skyline Trail genoss ich nicht nur die atemberaubende Aussicht über den Sankt-Lorenz-Golf, sondern begegnete auch drei Elchen. Naturerlebnis wird auf Cape Breton großgeschrieben, und so erstaunt es auch nicht, dass uns prächtige Weißkopfseeadler beim Paddeln durch die St. Ann’s Bucht von den Bäumen zuschauten. Dass der sympathische Besitzer der North River Kayak Tours auch hin und wieder Besuch von Bären bekommt, verriet er uns beim Abschied.

Cabot Trail

 

 


Madlen_BrücknerGastbeitrag von Madlen Brückner

Diese Reise führte Madlen mit der Unterstützung von Travellers Insight und Nova Scotia durch. Weitere Infos und Bilder könnt ihr auch in diesen beiden Artikeln finden:

https://travellers-insight.com/nova-scotia-leuchtturm/
https://travellers-insight.com/cape-breton-nova-scotia/

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2 Kommentare

on 18. July 2017

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on 22. February 2017

[…] Ein Roadtrip durch den wilden Nordosten Kanadas […]



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