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365 Meter in die Tiefe …

Aktivreise // Kanada // Städtetrip

Tim Arnold / Reiseziele / 4. Mai 2016

… der Edge Walk auf Torontos CN Tower

Einer nach dem anderen laufen wir durch eine schmale Eisentür hinaus ins Freie. Ich halte für einen Moment die Luft an. Wir sind tatsächlich über den Wolken. Ein einmaliger Ausblick! Ich kann durch sie hindurchschauen und erkenne den Ontariosee, den Olympic Park und den Roundhouse Park. Ich kann die ganze Stadt sehen und sogar darüber hinaus. Verdammt, ist das hoch!

Dem Abgrund „Guten Tag“ sagen

365 Tiefe

Blick in die Tiefe

Unser „Walking Coach“ Hank versorgt uns mit Informationen über den Tower. Dann wird es ernst. Wir sollen alle mal ein paar Schritte nach vorne treten. Leichter gesagt als getan. Wie kleine Kätzchen tapsen wir in Mini-Schritten näher an den Abgrund heran. „Hallo Toronto!“ Wir stehen stramm in einer Reihe, natürlich immer durch den mitlaufenden Seilzug gesichert, und schauen in die Tiefe. Alle heben die Arme zur Seite und bilden ein „T“ wie Toronto. Offizielle Begrüßung erledigt.

 

 

 

 

 

Toes over Toronto?!

CN Tower

Der höchste freistehende Turm der Welt

Um jetzt über weiche Knie nachzudenken, bleibt zum Glück wenig Zeit. Denn es gilt ein paar Übungen mitzumachen. Der „Superhero“ kostet einiges an Überwindung. Mit den Zehenspitzen tippe ich an die Kante der Plattform, schiebe die Füße leicht darüber hinaus und versuche Körperspannung aufzubauen. Es gelingt. Ich lasse mich ganz langsam und sehr vorsichtig nach vorne kippen. Der Seilzug rastet ein. Ich hänge auf 365 Metern über Toronto und mime die Heldenpose, strecke die geballte Faust nach vorne.
Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit vor Aufregung zu schreien, aber ich bleibe ganz ruhig. Ich bin über mich selbst erstaunt, aber diese Stimmung hier oben und dieser Ausblick sind einfach atemberaubend. Deswegen bin ich gefesselt von der Höhe und vergesse alle um mich herum. Trotzdem habe ich die Hosen ordentlich voll.

 

 

Lean back!

Diese Übung ist die Schlimmste! Wir stehen mit dem Rücken zum Abgrund und sollen uns nach hinten lehnen. Eine Teilnehmerin unserer Gruppe fängt an zu kreischen. Da ist unser einfühlsamer Coach Hank gefragt. „Come on!“, meint dieser und ermutigt sie so lange, bis sie aufhört zu protestieren und einfach die Übung mitmacht. Tapfer hält sie die rückwärts hockende Position. Als Nächster bin ich an der Reihe.

Auch ich bin kurz davor mich zu weigern und Hanks Motivationskünste herauszufordern, doch dann reiße ich mich einfach zusammen und suche mit kurzen Schritten nach hinten erneut die Kante der Aussichtsplattform. Dann lasse ich mich in den Seilen hängen und schiele vorsichtig in die Tiefe. Das sind also 365 Meter. „Good job!“, kommentiert Hank meine nächste bestandene Übung.


Postkartenmotiv – Postkartenidylle Fehlanzeige!

Postkartenpanorama

Postkartenmotiv

Wow! Wir haben uns dem Nervenkitzel gestellt und das Wahrzeichen der Stadt, den höchsten freistehenden Turm der Welt bezwungen. Mit seinen 553 Metern steht der CN Tower nämlich im Guinness Buch der Weltrekorde. Wir können stolz auf uns sein, bestätigt Hank und gibt allen ein energisches High Five zum Abschluss. Damit geht unser Abenteuer nach einer halben Stunde auch schon zu Ende. Noch nicht ganz, denn auf dem Weg nach unten kann man sich noch Fotos und Videos seines Edge Walks kaufen. Fazit: Günstig ist dieses Erlebnis nicht, aber dafür ganz besonders.

Also traut euch und werdet zu Helden der Stadt!

 

 

 

 


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