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Das Gesicht hinter der Stimme aus dem Cockpit

Condor-Mitarbeiter // Crew

Claire Krüger / Hinter den Kulissen / 18. Juli 2016

Clemens Seyfried ist Pilot bei Condor und lässt uns einen Arbeitstag mit ihm durchleben.

Hallo ich bin’s, eure Claire!

Ich sitze gerade am Frankfurter Flughafen. Ihr denkt jetzt vielleicht, ich fliege in den Urlaub, aber ich habe hier etwas ganz anderes vor. Ich möchte gleich mit jemandem sprechen, der euch jeden Tag zu den schönsten Reisezielen bringen kann. Und vielleicht ist der eine oder andere von euch sogar schon mal mit ihm in die Ferien geflogen. Ich warte auf Clemens Seyfried. Er ist seit fünf Jahren Pilot bei Condor. Und da kommt er auch schon.

Im Cockpit

Pilot Clemens Seyfried

Hallo Herr Seyfried, um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen: Warum sind Sie ausgerechnet Pilot geworden?

Ich bin Pilot geworden, weil mich das Fliegen schon als Kind unfassbar in seinen Bann gezogen und bis heute nicht mehr losgelassen hat. Ich habe sehr gerne mit Menschen zu tun und freue mich, wenn ich sie zu den schönsten Zielen bringen kann.

Ist es schwierig den Einstieg in diesen Beruf zu schaffen? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein um abzuheben?

Nicht jeder erfüllt die notwendigen physischen und psychischen Voraussetzungen. Man muss zum Beispiel eine Mindestgröße erfüllen. Das hat den Grund, dass man dann alles im Cockpit so bedienen kann wie es vorgesehen ist. Außerdem wird darauf geachtet, ob man in anspruchsvollen Situationen die Ruhe bewahren und die Übersicht behalten kann.

Piloten müssen also immer einen kühlen Kopf behalten. Jetzt mal ehrlich. Wird es auch früh morgens nicht schon mal chaotisch bei ihnen, wenn sie schnell los müssen?

Nein, das bin ich ja gewohnt. Wann ich raus muss ist immer unterschiedlich, da die Zeiten je nach Flugziel variieren. Wichtig ist nur dass ich gut ausgeruht und nicht hungrig den Dienst antrete. Deswegen nehme ich mir auch die Zeit gut zu frühstücken.
Vor dem Flug trifft sich die Cockpitbesatzung um die Wetterlage auf der Route und am Ziel durchzugehen. Danach entscheiden wir auf Basis der Wetterinformationen und des gerechneten Flugplanes wie viel Treibstoff getankt wird. Am Ende unseres Meetings besprechen wir bei der Condor immer einen Notfall. So bleiben wir alle in Übung und fliegen unsere Gäste sicher in ihren Urlaub. Wir sind dann etwa 30 Minuten vor den ersten Passagieren im Flieger.

Hört sich so an, als ob ihr Tagesablauf doch sehr reglementiert von statten geht. Gibt es auch konkrete Vorschriften, welche Kleidung sie im Flieger tragen?

Die gibt es tatsächlich. Zum einen, da wir als Team viel Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild legen und zum anderen ist es auch wichtig –durch die Streifen – direkt zu erkennen, wer welche Aufgaben und Verantwortungen hat.
Ein Streifen ist für alle Flugbegleiter, ein Streifen mit einem dünneren zweiten daneben ist für den Purser oder die Purserrette. Drei Streifen stehen für den Copiloten und vier für den Kapitän.


Pilot Clemens Seyfried

Clemens Seyfired über den Wolken

Interessant. Dürften dann nur Copiloten die Sneaker mit drei Streifen tragen?

(lacht) Wir tragen alle dunkle Lederschuhe ohne Markenembleme oder andere auffällige Verzierungen.

Fliegen Piloten immer dieselben Strecken, also ausschließlich auf der Kurz- oder der Langstrecke?

Nein. Piloten fliegen auf einem sogenannten Flugzeugmuster. Damit sind baugleiche Maschinen gemeint. Ich fliege zum Beispiel auf der Boeing 757 und 767. Mit der 757 bringe ich die Passagiere zu Mittelstreckenzielen und mit der 767 zu Langstreckenzielen. Da sich die beiden Flugzeugtypen so ähnlich sind, zählen sie in meiner Lizenz als ein Muster. Das ist für mich natürlich besonders toll, da ich so viel Abwechslung in meinem Dienstplan habe.

 

Verstehe. Haben Sie denn eine Lieblingsstrecke?

Meine Lieblingsroute führt nach Anchorage  in Alaska. Die Strecke über dem Norden Grönlands ist sehr interessant und das Ziel Alaska beeindruckt mit sehenswerter Natur.

Auf der Langstrecke sind Sie ja locker mal zehn Stunden im Cockpit. Wie halten Sie das durch?

Mit mir ist ja immer der Copilot im Cockpit, auf längeren Flügen sind wir zu dritt mit zwei Copiloten. Wenn wir die Reiseflughöhe erreicht haben, macht immer einer von uns Pause, damit zur Landung alle gut erholt sind.

Was passiert dann nach erfolgreicher Landung?
Nach jedem Flug findet eine kurze Nachbesprechung statt. Da wir nicht alle Ziele täglich anfliegen, haben wir manchmal auch ein paar Tage Zeit, um das Land zu erkunden und uns auf den Rückflug vorzubereiten.

Das ist natürlich toll um dann mal selbst etwas abzuschalten. Vor allem wenn ihnen im Flieger etwas so richtig auf die Nerven geht! Gibt’s da was?
Mich nervt es, wenn wir Verspätung haben, die vermeidbar gewesen wäre. Beispielsweise, wenn zu wenig Essen für die Gäste beladen wurde. Das bedeutet, dass wir warten müssen bis Nachschub kommt, der dann noch mit an Bord muss.


Sie sind also doch nicht immer die Ruhe in Person. Wie verhalten Sie sich denn, wenn sie selbst auf der anderen Seite als Fluggast sitzen?

(lacht) Ich achte natürlich schon auf manche Dinge wie z.B. auf welcher Bahn wir starten und landen, aber ich fühle mich immer sicher, denn ich weiß ja wie gut die Crews ausgebildet sind.

Davon haben wir Dank Ihnen jetzt auch einen kleinen Eindruck gewonnen. Und nun noch zum Schluss: „Wie finden Sie es, dass sich zu Karneval viele als Pilot verkleiden?“

Das stört mich nicht. Ich würde das wahrscheinlich auch machen, wenn ich nicht Pilot wäre.


Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche einen angenehmen Flug!


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3 Kommentare

on 17. February 2017

Da gab es doch vor Jahren mal den Armin Müller. Der hat uns des öfteren auf der 320 nach Funchal geflogen. Einmal hatten wir bei der Landung auf der 23 die typische Fallwindsituation und die rechte Fläche kippte nach unten – fast hätte das Ende wie in Hamburg den Boden berührt! Er zog die Maschine wieder in die Spur und landete sicher. Der Spruch danach: Ja, im Flugsimulator sieht das immer so einfach aus … Das war vor etwa 10 Jahren einer der nettesten Piloten, immer für eine interessante Flugdeckdurchsage gut. Zum aktuellen Treibstoffverbrauch und warum Fliegen toll ist. Wir hatten lange nicht mehr das Vergnügen – fliegt er noch bei euch?

    Condor
    on 28. February 2017

    Hallo Ben,

    vielen Dank für dein positives Feedback. Es Freut uns sehr, dass dir die Flüge mit uns so gut gefallen haben. Genauere Details schicken wir dir direkt per Mail.

    Viele Grüße,
    Dein Condor Team

on 19. July 2016

Hr. Seyfried scheint ein cooler Typ zu sein. Interessanter Beitrag!



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