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Das Geheimnis von Tomatensaft und Parmesan

Reisetipp // Verhalten im Flugzeug

Gastautor / Tipps & Tricks / 8. Dezember 2016

Auf dem Weihnachtsmarkt trinken wir Glühwein. Und im Flugzeug? Tomatensaft!

Die meisten gehen davon aus, dass es sich hierbei um einen Gewohnheitseffekt handelt. Einige bringen den veränderten Luftdruck und die trockene Kabinenluft ins Spiel. Das allein erklärt aber noch nicht, warum in der Luft ein Vielfaches an Tomatensaft getrunken wird.

Ja, warum eigentlich?

Es liegt am Geschmack, genauer gesagt an unserem individuellen Geschmacksempfinden. Jenes ist in zehntausend Metern Höhe nämlich empfindlich gestört. Ein Grund übrigens warum sich die Köche der Cateringgesellschaften regelmäßig die Haare raufen dürften. Dass ein Essen im Flugzeug fad schmeckt, liegt allerdings weniger am Koch, als daran, dass  – kurz gesagt – unsere Zunge schlapp macht. Beziehungsweise die darauf befindlichen Geschmacksrezeptoren. Sie erinnern sich? Die landkartenartige Verteilung der Rezeptoren süß, sauer, bitter und salzig. Vergessen sie die Landkarte, die gibt es nämlich gar nicht und muss eine Erfindung der Biolehrer sein. Inzwischen ist klar, sämtliche Rezeptoren gibt es überall auf der Zunge, an manchen Stellen ein paar mehr, an anderen ein paar weniger. Hinzugekommen ist allerdings eine fünfte Geschmacksqualität: Umami! Das kommt aus dem japanischen und bedeutet soviel wie herzhaft oder würzig. Kross gebratenes Fleisch schmeckt nach Umami und chinesisches Essen – was daran liegt, dass dieses häufig mit Glutamat gewürzt ist.

Unsere Zunge liebt Glutamat, sogar wenn wir uns über den  Wolken befinden und sich alle anderen Geschmacksrezeptoren weitestgehend ausgeklinkt haben spüren die umami-Rezeptoren detektivisch Glutamat auf. Und das gibt es nicht nur aus dem Chemielabor, sondern auch in etlichen natürlichen Lebensmitteln, darunter Tomaten! Salz verstärkt übrigens die Empfindlichkeit für Glutamat – jetzt wissen Sie auch, warum sie den Tomatensaft salzen. Auf der Erde schmecken Tomaten übrigens am besten als Sauce auf einer italienischen Pasta.  Mit reichlich Parmesan  – der ist nämlich eine weitere natürliche Glutamatbombe. Über den Wolken halten Sie sich ruhig weiterhin an Tomatensaft – und auf dem Weihnachtsmarkt an Glühwein.

Zum Wohl.


 

Ein Gastbeitrag von Diana Kopp

Facebook: https://www.facebook.com/intelligenteressen/


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