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Gehört Applaudieren im Flieger noch zum guten Ton?

Flugzeug // Verhalten im Flugzeug

Claire Krüger / Hinter den Kulissen / 23. November 2015

Früher gehörte es auf jedem Flug dazu: das Applaudieren. Heute scheiden sich die Geister. Ist euphorischer Beifall nach der Landung noch zeitgemäß?

Was sagen die Fluggäste?

Glaubt man einer Umfrage von 2013, findet die Mehrheit der Passagiere den Beifall am Ende eines Fluges total peinlich und überflüssig. Verglichen mit früheren Zeiten, ist Fliegen nämlich längst nichts Besonderes mehr und löst deswegen auch keine begeisterten Beifallsbekundungen aus.
Allerdings gibt es dennoch einige Befürworter von Applaus, die dem Piloten Respekt zollen möchten.
Eine dritte, neutrale Gruppe applaudiert einfach weil die Anderen es auch tun.

Gruppenzwang?!

Das „Schwarmverhalten“, also etwas deswegen zu tun, weil es Andere vormachen, erklären Forscher so: Menschen kopieren die Muster anderer Menschen, um damit Zeit und Ressourcen zu sparen.
Übertragen auf das Applaudieren bedeutet das, dass viele einfach aus Bequemlichkeit klatschen. Hinzu kommt eine Art „sozialer Druck“, der sich dadurch bemerkbar macht, dass man denkt: „Ich muss mich anpassen und das tun, was alle tun.“


Applaudieren bedeutet gefallen

Das Applaudieren selbst ist schon so alt wie der aufrechte Gang der Menschen. Früher wurde es mit bestimmten religiösen Ereignissen oder Arbeitszyklen in Verbindung gebracht, heute tritt es meist bei Musikveranstaltungen auf. Oder eben immer dann, wenn etwas besonders gut gefällt. Das Klatschen ersetzt eine persönliche Geste: das „auf die Schulter klopfen“ und Loben oder den Händedruck. Da dies in der großen Masse an Besuchern eines Konzerts zum Beispiel nicht möglich ist, wird die Anerkennung durch Beifall bezeugt.

Welcher Applaus-Typ bist Du?

Beim Klatschen treten unterschiedliche Typen in Erscheinung. Je nach Charakter der Person gibt es die „Selbstbewussten“, die als erste beginnen, ihre Hände zusammenzuführen und die „Zurückhaltenden“, die dann einfach einsteigen.


Der Pilot hört den Applaus gar nicht …

Zugegeben, die wissenschaftlichen Erklärungen sind eher nüchtern, aber es gibt ja immerhin auch noch die Personengruppe aus der Umfrage, die sich durch den Beifall bewusst bei der Crew bedanken möchte.
Der Pilot – und das wird jetzt vielleicht einige enttäuschen – kann den Applaus nämlich im Cockpit sowieso nicht hören. Das restliche Flugpersonal freut sich über dieses Lob. Condor Purserin Christine Berger-Danziger bestätigt dies: „Für uns ist das die schönste Anerkennung.“

… aber die Crew!

Es muss also festgehalten werden: Applaus an Bord ist eigentlich längst überholt, denn Fliegen ist heutzutage für viele so selbstverständlich wie das Zugfahren. Aber dennoch ist es eine schöne Geste, um sich vor allem beim freundlichen Servicepersonal zu bedanken.

Also: Feel free to clap!



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